Lkw-Lärm in Brambauer macht Bürger sauer: „Fühlen uns verschaukelt“

mlzAchenbachstraße

Die Bürgerinitiative wehrt sich gegen Lkw-Lärm in der Achenbachstraße. Ihr Bürgerantrag wird im Fachausschuss beraten, aber erst in drei Monaten. Rückendeckung gibt es von GFL und SPD.

Brambauer

, 12.03.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Bürgerinitiative Achenbachstraße kämpft weiter um ein Lkw-Durchfahrtsverbot in ihrer Straße. Nach dem Ortstermin Ende Januar brachte ein Bürgerantrag das Anliegen in die politischen Gremien.

Allerdings nicht so, wie sich die Anwohner um Claudia Schöttler und Sandra Schütrumpf das erhofft hatten. Denn jeder Bürgerantrag in Lünen muss, bevor in den Fachausschüssen darüber entschieden wird, auf die Tagesordnung im Haupt- und Finanzausschuss (HuFa).

Antrag wird in drei Monaten beraten

Der tagte am Mittwoch (4.3.) und verwies den Bürgerantrag in den Ausschuss für Sicherheit und Ordnung. Im Grunde genommen eine reine Formsache. Der nächste Sitzungstermin des Ausschusses ist am 17.6., also in rund drei Monaten. Die vorige Sitzung desselben Ausschusses war am 3.3., also nur einen Tag vor dem HuFa.

Bei der Bürgerinitiative sorgte das für Entrüstung und Wut. Man fühle sich „regelrecht verschaukelt und nicht ernst genommen“, heißt es in einer E-Mail der BI Achenbachstraße an Arnold Reeker, Lünens technischen Beigeordneten, das der Redaktion vorliegt.

Es müsse jetzt etwas an der Achenbachstraße passieren und nicht erst in einigen Monaten. Schon beim Ortstermin an der Achenbachstraße im Januar führten beide Seiten eine mitunter hitzige Diskussion.

Eigentlich gilt an der Achenbachstraße Tempo 30. Das beachten viele durchfahrenden Autos laut Anwohnern nicht.

Eigentlich gilt an der Achenbachstraße Tempo 30. Das beachten viele durchfahrenden Autos laut Anwohnern nicht. © Stachelhaus

GFL fordert Petitionsausschuss für Bürger

Gewissermaßen Rückendeckung gibt es in einem Antrag der GFL, der in der Ratssitzung am Donnerstag (12.3.) auf den Tisch kommt. Bürgeranträge nach §24 der Gemeindeordnung NRW sollen in Lünen schneller bearbeitet werden, um so zügiger in die Fachausschüsse zu kommen.

Die Verwaltung soll unter anderem prüfen, ob ein Petitionsausschuss eingerichtet werden könne. Der soll möglichst alle vier bis sechs Wochen tagen, Bürgeranträge und -beschwerden vorberaten und an die Fachausschüsse weiterreichen. In ungünstigen Fällen könne es zur Zeit bis zu fünf Monate dauern, bis ein Bürgerantrag im zuständigen Fachausschuss landet, heißt es dazu in einer Pressemitteilung der GFL.

Verschwundenes Schild bleibt Thema für BI

Besonderer Stein des Anstoßes für die BI Achenbachstraße bleibt ein Verkehrsschild, das für viele Jahre Lkw die Durchfahrt durch die Achenbachstraße verbot. Es wurde im Spätsommer 2019 abmontiert. Seitdem hat die Verkehrsbelastung in der Straße stark zugenommen

Bis September stand an der Achenbachstraße ein Durchfahrtsverbotsschild für Lkw. Das Foto stammt aus August 2019.

Bis September stand an der Achenbachstraße ein Durchfahrtsverbotsschild für Lkw. Das Foto stammt aus August 2019. © Privat

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Die Erklärung der Stadt: Das Schild habe dort eigentlich nicht stehen sollen. Es gebe kein Lkw-Durchfahrtsverbot in der Achenbachstraße. Die Bürgerinitiative gibt sich mit dieser Erklärung allerdings nicht zufrieden und fordert „nochmals eine fachliche und sachliche Antwort“ auf die Entfernung des fehlerhaften Straßenschildes. Man will den Sachverhalt in der Sprechstunde des Bürgermeisters erneut vortragen.

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SPD will nach kurzfristiger Lösung suchen

Eine Verkehrszählung, wie beim Ortstermin im Januar vorgeschlagen, wird es nicht so bald geben. Die zwei mobilen Schilder der Stadt Lünen sind derzeit an anderen Orten im Einsatz. „Wir versuchen dafür kurzfristig noch eine Lösung mit dem Beigeordneten zu finden“, sagt Hans-Michael Haustein (SPD) dazu auf Anfrage der Redaktion.

Bezüglich des abmontierten Schildes sucht auch Haustein nach einer Erklärung. Denn der Bebauungsplan 101 habe zwar vor Jahren einen Ausbau der Achenbachstraße für Lkw vorgesehen, wurde aber durch Widerstand von Anwohnern gekippt. „Das Schild war jahrzehntelang vor Ort, das war bekannt“, so Haustein. Natürlich habe die Verwaltung gewisse Rechte, selbst zu entscheiden. Einen politischen Beschluss zur Entfernung gebe es nicht.

Verständnis äußert Haustein für die angespannten Anwohner. Lärm verursache nachweislich gesundheitliche Schäden. „Sie sind von der Situation stark betroffen und haben unter anderen Bedingungen gebaut.“

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