Lockerungen in der Corona-Krise: Prioritäten in Lünen verschieben sich

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Im Zuge der Corona-Krise musste auch die Stadt Lünen entscheiden, welche Bereiche mit Priorität behandelt werden sollen. Durch die neuen Lockerungen hat sich die Perspektive geändert.

Lünen

, 07.05.2020, 10:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Treffen mit Personen aus einem anderen Haushalt, Rückkehr für Schüler mit besonderem Förderbedarf oder fehlender technischer Ausstattung, erweiterte Notbetreuung in den Kitas: Der Bund und das Land NRW geben den Kommunen mehr Verantwortung in Sachen Lockerungen während der Corona-Krise.

Wie Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns im Video-Chat mit unserer Redaktion am Dienstag (5.5.) bekräftigte, wird diese Verantwortung in Teilen auf die Bürger übergehen - zum Beispiel, wenn Erwachsene als Begleitpersonen auf den ab Donnerstag (7.5.) neu eröffneten Spielplätzen unterwegs sind.

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Erst die Arbeit, dann das Vergnügen

Doch wie geht die Verwaltung nun weiter vor? Welche Prioritäten setzt man im Rathaus? Kleine-Frauns blickte zunächst auf die vergangenen Wochen zurück: „Die Priorität hat sich von Anfang an daran orientiert, was nötig ist, um die Menschen gesundheitlich zu schützen. Wir wollten das Infektionsgeschehen verlangsamen, und das ist uns gelungen.“

Danach sei es tatsächlich so gewesen, dass man als erstes auf die Arbeitsplätze geachtet haben: „Die Leute sollten ihre Jobs behalten, und dafür brauchen wir Firmen, die produzieren, einen Handel, der verkaufen kann.“

Entsprechend waren die Geschäfte auch die ersten, die von den Lockerungsmaßnahmen profitiert haben. Zuvor hatte die Corona-Krise nicht nur den Handel selbst, sondern auch alle Bestrebungen zu einer stärkeren Vernetzung der Lüner Händlerschaft ausgebremst. Aber: „Der Vernetzungsgedanke ist durch Corona nicht entfallen“, so das Stadtoberhaupt. Eher sei das Gegenteil der Fall: Aus vielen Gesprächen habe er den Eindruck, dass die Geschäftsleute in den letzten Wochen enger zusammengerückt seien. „Bei allen Schwierigkeiten, die die Menschen in dieser Zeit erleben, gibt das auch Hoffnung.“

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Blick auf die Schwächsten der Gesellschaft

Hoffnung haben nun auch Eltern, die seit acht Wochen den Spagat zwischen Arbeit und Kinderbetreuung schaffen müssen - und dabei in der Regel auf die eigenen vier Wände beschränkt waren. Die Öffnung von Spielplätzen, aber auch von Zoos und Museen, ist ein wichtiges Signal, auch für Jürgen Kleine-Frauns: „Jetzt sind wir an dem Punkt, dass wir uns tatsächlich um die Schwächsten in unserer Gesellschaft kümmern müssen - und das sind die Kinder.“

Folglich gilt ihnen nun die besondere Aufmerksamkeit der Verwaltung. Der Bürgermeister betont auch, dass die bisherige Priorisierung seiner Meinung nach nicht falsch gewesen sei: „Die Abwägung zwischen Wirtschaft und Kindern ist nur zeitlich begrenzt. Ich denke, wir sind uns alle darüber im Klaren, dass die Förderung der Kinder und Jugendlichen Priorität haben muss.“

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