Die Kitas in Lünen wechseln am Mittwoch (12.5.) von der Notbetreuung in den „eingeschränkten Regelbetrieb“. © picture alliance/dpa
Coronavirus

Lockerungen in Lüner Kitas: Wie klappt der Wechsel zum Regelbetrieb?

Die sinkende Inzidenz unter 165 im Kreis Unna erlaubt erste Lockerungen in Lünen: Am Mittwoch (12.5.) durften alle Kinder wieder in die Kitas kommen. Wie hat der Start geklappt?

Die Kindertagesbetreuung hat in Lünen am Mittwoch (12.5.) vom Notbetrieb in den eingeschränkten Regelbetrieb gewechselt. Die sinkende Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis Unna hat das möglich gemacht. Am Montag (10.5.) lag die Inzidenz am fünften Werktag in Folge unter 165 – am Mittwoch liegt sie laut Robert-Koch Institut (RKI) bei 131,9. Was genau bedeutet diese erste Lockerung nun für die Kitas, Eltern und Kinder?

Auslastung in der Notbetreuung: 35 bis 45 Prozent

Eingeschränkter Regelbetrieb bedeutet, dass alle Kinder wieder zu einem reduzierten Betreuungsumfang in die Kita kommen dürfen. Weiterhin gilt: Es gibt feste Gruppen, keine offenen Konzepte, in jeder Gruppe wird mindestens eine Fachkraft eingesetzt, die Gruppen sind weiterhin räumlich voneinander getrennt und alle Kontakte müssen nachvollziehbar sein sowie die Hygienekonzepte eingehalten werden. In Lünen lag die Kita-Auslastung während der Notbetreuung stadtweit im Schnitt zwischen 35 und 45 Prozent, sagt Kornelia Müller, Leiterin der Abteilung Tagesbetreuung für Kinder in Lünen.

„Ob Notbetreuung oder eingeschränkter Regelbetrieb – das macht für uns kaum einen Unterschied“, sagt Jeanette Dreher, Leitung der Kita „Geistervilla“ an der Virchowstraße. Von insgesamt 82 Kindern seien bis zu 35 Kinder in die Notbetreuung gekommen. Am Mittwoch seien es nur vier Kinder mehr gewesen.

Dreher rechnet aber damit, dass am Montag wieder mehr Kinder kommen: „Ich glaube, dass viele Eltern verunsichert sind. Mittlerweile können sich die Regelungen ja stündlich ändern. Auch der Feiertag spielt eine Rolle. Viele Eltern werden sich den Brückentag frei genommen haben.“ Dass künftig wieder mehr Kinder kommen, ist aber für die Geistervilla kein Problem. Die vier festen Gruppen sind nach Alter aufgeteilt und das Personal ist fest zugeordnet.

Feste Gruppenstruktur ist ein Problem

In der festen Gruppenstruktur liege genau die Problematik, sagt Anja Ahlert, Leitung der Kita „Lippeaue“. Nicht beim Wechsel zwischen Notbetreuung und eingeschränktem Regelbetrieb. Die Mitarbeiter können weiterhin nicht beliebig zwischen den Gruppen wechseln. Aber natürlich werden sie auch mal krank, müssten Kinderkrankentage wahrnehmen, haben Urlaub oder müssen in Quarantäne, so Ahlert. 28 von 58 Kinder seien am Mittwoch in die Kita an der Marie-Juchacz-Straße gekommen, 8 Kinder mehr als im Notbetreuungs-Schnitt.

Jutta Beese, Verbundleiterin der katholischen Kitas in Lünen, bestätigt das: „Die Sehnsucht nach normalem Kita-Alltag ist groß. Es wird einfacher, wenn die Gruppen wieder durchmischt werden können.“ Das Ende der Notbetreuung wird wohl in der Kita St. Marien kaum zu merken sein: Laut Beese sind von 65 Kindern im Schnitt 50 da gewesen.

„Im Gegensatz zur Notbetreuung während der ersten Welle gab es viel Spielraum“, sagt Sara Köhler, Leiterin des Sterntaler-Kindergartens an der Kreuzstraße. Von 22 Kindern seien nur vier im Schnitt zu Hause geblieben. Der Wechsel sei demnach „überhaupt kein Mehraufwand“. Jetzt könne man sich auch wieder öfter draußen aufhalten, was die Situation entspannter mache. Dass die Kinder wieder in die Kita kommen, sei richtig und wichtig.

Zurück in die Kita: Gemischte Gefühle für Mutter Canan

In diesem Punkt stimmen alle überein: Für die Entwicklung der Kinder ist es wichtig, dass sie wieder in die Kita kommen können.

So sieht das auch Canan Türün. Ihren dreijährigen Sohn Berkin betreut die 34-Jährige seit Dezember zu Hause. „Die Kita fehlt ihm. Er vermisst seine Freunde und seine Erzieherinnen“, sagt sie. Deswegen wolle sie ihren Sohn ab Montag wieder regelmäßig in die Kita bringen. Die Coronazahlen habe sie ständig im Blick. Ihren Sohn wieder in die Kita zu schicken, löse bei ihr gemischte Gefühle aus. Aber: „Er braucht die Kontakte. Also müssen wir das Risiko abwägen.“

Über die Autorin
Volontärin
Ist am Niederrhein geboren und aufgewachsen. Hat Germanistik und Kunstgeschichte studiert und lebt seitdem in ihrer Wahlheimat Bochum. Liebt das Ruhrgebiet und all seine spannenden Menschen und Geschichten.
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Irina Höfken

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