Lünen hat schon jetzt mehr Briefwähler als 2013

Noch heute möglich

Die Briefwahl ist in Lünen beliebt wie nie. Mehr als 11.000 Bürger haben bis Dienstag schon Unterlagen beantragt. Das sind 2000 Anträge mehr als bei der vergangenen Wahl. Wir erklären, wie Sie jetzt noch - vor der Bundestagswahl am Sonntag - Unterlagen beantragen beziehungsweise vorab wählen können.

LÜNEN

22.09.2017, 12:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Briefwahlbüro der Stadt haben die Mitarbeiter in den letzten Wochen so viel Rot gesehen wie noch nie. 11 161 rote Umschläge der Briefwähler lagen bis Freitag, den 22. September vor. Ein neuer Rekord. hatten bereits 9897 Lüner an der Briefwahl teilgenommen. Und die Zahl wird sich noch erhöhen. Bis Sonntagabend 18 Uhr werden etliche weitere Briefe eintreffen. Die Briefwähler haben entweder direkt im Briefwahlbüro im Rathaus gewählt oder haben sich die Unterlagen nach Hause schicken lassen.

Briefwahl-Büro am 22. September bis 18 Uhr geöffnet

Wer seine Stimme am 24. September ebenfalls nicht im Wahlraum abgeben kann, sollte sich beeilen. Die Briefwahl kann noch bis Freitag, 22. September, beantragt werden. Zu diesem Zweck hat das Briefwahlbüro am Freitag sogar bis 18 Uhr geöffnet. Bei nachgewiesener plötzlicher Erkrankung können Briefwahlunterlagen ausnahmsweise auch noch am Wahltag bis um 15 Uhr beantragt werden.

Wer die Briefwahlunterlagen schon oder noch zu Hause hat, sollte den roten Wahlbriefumschlag mit den entsprechenden Unterlagen schnellstmöglich ausgefüllt auf den Weg zurück ins Rathaus bringen. Auf den letzten Drücker können sie in den Rathausbriefkasten geworfen werden.

Post kündigt Extra-Leerung am Sonntag an

Berücksichtigt werden können nur diejenigen Wahlbriefumschläge, die spätestens am Sonntag, 24. September, bis 18 Uhr im Rathaus eingegangen sind. Der Postweg muss hierbei entsprechend einkalkuliert werden.

Allerdings sollte es auch noch über den Postweg funktionieren. „Die Post hat für Sonntag eine Extra-Leerung der Briefkästen angekündigt“, berichtet Katrin Hajsman, die stellvertretende Leiterin des Wahlteams im Rathaus.

Auch ehemalige Lüner, die im Ausland leben, dürfen per Brief wählen: So kamen, erzählt Katrin Hajsman, per Post u.a. Stimmen aus Neuseeland, Indien oder Myanmar im Rathaus an, aus den europäischen Ländern sowieso.

Tresorräume sind voll mit Wahl-Briefen

Der Trend zur Briefwahl erfordert besondere Maßnahmen. Der übliche Lagerraum für die roten Umschläge ist voll; daher werden die Briefe jetzt in den Tresor im Bürgerbüro gepackt. Je zwei Wahlhelfer aus der Reserve verstärken Sonntag die Teams in den 14 Briefwahlbezirken.

Dass schon über 11.000 Lüner ihr Kreuzchen gemacht haben, bedeutet allerdings nicht, dass es Sonntag mit dem Zählen schneller geht. Denn auch die Briefwahl-Stimmen dürfen erst ab 18 Uhr ausgezählt werden, wenn alle Wahllokale schließen.

Die roten Umschläge werden im Rathaus trotzdem schon ab 16.30 Uhr geöffnet: Darin sollte sich der vom Wähler unterschriebene Wahlschein befinden – und der Umschlag mit dem ausgefüllten Stimmzettel. Ist alles ok, wird der Stimmzettel-Umschlag in eine Wahlurne geworfen und ab 18 Uhr so behandelt wie die Stimmen in den 66 Wahllokalen.

650 Menschen führen die Wahlen in Lünen durch

Ich gehe von einer hohen Wahlbeteiligung aus“, erklärt Yvonne Helgers, die Leiterin der Abteilung Bürgerbüro/Wahlen. Sie hofft, dass das vorläufige amtliche Endergebnis für Lünen so früh wie möglich am Sonntagabend vorliegt. Bei der Landtagswahl im Mai 2017 war das um 21.55 Uhr der Fall. Dann wird es nach Hamm gemeldet, wo die Wahlleitung für den Wahlkreis 145 Hamm-Unna II mit den Städten Hamm, Lünen, Selm und Werne sitzt.

Insgesamt 650 Menschen sind am Sonntag in Lünen im Einsatz, um die Wahl zu wuppen. Im Vorfeld, so Yvonne Helgers, ist bislang alles glatt gelaufen. Sie ist ziemlich zuversichtlich, dass sie das am Sonntag nach einem langen Abend auch sagen kann: „Ich kann mich auf mein Team verlassen.“

Weitere Informationen dazu gibt es auf der Website der Stadt Lünen.

Acht Direktkandidaten und 42 Parteien im Wahlkreis
  • Am Sonntag stehen im Wahlkreis 145 Hamm-Unna II acht Direktkandidaten zur Wahl. Sie konkurrieren um die Erststimme. Wer im Wahlkreis die meisten Erststimmen erhält, zieht direkt gewählt in den Bundestag ein.
  • Die acht Kandidaten sind (auf dem Stimmzettel von oben nach unten): Sylvia Jörrißen (CDU), Michael Thews (SPD), Eckhard Kneisel (Grüne), Sven Kleinemeier (Die Linke), Beate Oertel (FDP), Pierre Jung (AfD), Martin Kesztyüs (Piraten) und Manfred Stalz (Freie Wähler).
  • Um die Zweitstimme buhlen 42 Parteien. Gemäß ihrem Anteil an den Zweitstimmen entsenden die Parteien weitere Abgeordnete ins Parlament.

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