Lünen servierte Schmalzstullen

Hansetage in Lippstadt lockten zahlreiche Besucher

15.05.2007 / Lesedauer: 3 min

Lippstadt / Lünen Zu einem großen Fest wurden die 27. Hansetage der Neuzeit, ein paar Dutzend Kilometer die Lippe flussaufwärts von Lünen in Lippstadt. Und mit 118 Städten aus 15 Nationen konnte man eine Rekordbeteiligung erzielen. Bis auf das Wetter stimmte bei diesem alljährlich stattfindenden nordeuropäischen Familientreffen einfach alles: Die Gaststadt mit ihrem wunderbaren Ambiente, die engagierten Gastgeber und Einwohner und die wie stets gut gelaunten Gäste aus aller Herren Länder. Erstmals mit dabei war auch eine Vertretung aus Schottland, angereist aus dem fernen Kings Lynn bei Aberdeen. Mit 72 Städten stellten die deutschen Hansestädte den Löwenanteil, gefolgt von dem stets starken Kontingent aus den Niederlanden mit 13 Vertretern, unter ihnen auch Zwolle. 2000 Mitwirkende in 95 Gruppen, von der großen Blaskapelle der Feuerwehr aus Herford über zahlreiche Chöre, Bands und kleinsten Musikgruppen, Theatergruppen und Künstler, man konnte sich an dem bunten Treiben auf engstem Raum um die Marienkirche gar nicht satt sehen und hören. Ein fortwährendes Programm sprudelte über die Besucher, die sich durch die Gänge des Hansemarktes zu den Bühnen drängten, um an den Städtebuden hier ein dunkles Bier aus Tallin und dort einen Käse mit traumhaftem Mostert aus Zwolle zu probieren. Dazwischen konnte man sich sein nächstes Urlaubsziel an einem der zahlreichen Vertreter aus dem Ostseebereich aussuchen. Fischbrötchen zum Shanty oder eine deftige Schmalzstulle aus Lünen, der Fantasie war keine Grenze gesetzt. Und damit noch nicht genug. Nur ein paar Schritte davon entfernt, gab es sozusagen als Sahnehäubchen in dem Park der Stiftsruine einen mittelalterlichen Markt, am Tor bewacht von zwei grimmigen Recken, mit denen sich so manche Besucherin gerne fotografieren ließ. Bei der immer wieder durchblitzenden Sonne wusste man nicht, was man hier mehr bewundern sollte: Die Ruine der alten Stiftskirche oder den Reigen der Spielleute. Und wer regelmäßiger Besucher dieser Hansetage ist, trifft mit den Jahren auf immer mehr bekannte Gesichter, mit denen schnell ein paar nette Worte zu wechseln, es sich lohnte. Das passte ganz zu dem einen Motto der Lippstädter Tage: ?Miteinander handeln?, hier spürte man es hautnah. Das zweite Motto lautete: ?Platz finden, Platz nehmen, Platz haben.? Dafür hatten alle Teilnehmer einen Stuhl mitgebracht, den sie vor ihrem Stand aufgestellt hatten. Für die Lüner gab es unter den vielen Attraktionen noch etwas Besonderes zu beobachten: Abenteuer-Piraten-Kanutouren auf der Lippe, sogar abends. Ein Vorgeschmack auf 2019, wenn Lünen Ausrichter der Hansetage ist? Dieter God (Statt-Partei) hatte bekanntlich im Alleingang den Lüner Hut in den Ring geworfen... Günther Goldstein

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