Sparkasse an der Lippe: Vorstandschef beendet Spekulationen um vorzeitiges Ausscheiden

mlz„Im Namen Herrn Lohmanns“

Die Sparkasse an der Lippe entstand 2016 aus dem Zusammenschluss der Sparkasse Lünen/Selm und der kleineren Stadtsparkasse Werne. Vorstandschef ist Thomas Lohmann, aber nicht mehr lange.

Lünen, Werne, Selm

, 22.10.2019, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ende vergangener Woche ließ Thomas Lohmann (60) die Katze aus dem Sack: In einem Interview mit dem Westfälischen Anzeiger kündigte der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse an der Lippe an, dass er mit Auslaufen seines Vertrages Ende 2020 in den Ruhestand wechselt.

Damit beendete Lohmann Spekulationen um seine Person. Denn in Mitarbeiterkreisen hatte sich vor Erscheinen des Interviews am Freitag (18. Oktober) hartnäckig das Gerücht gehalten, der Vorstandschef würde von der Ausstiegsklausel in seinem Vertrag zum 31. Dezember dieses Jahres Gebrauch machen.

„Herr Lohmann habe nichts hinzuzufügen“

Dazu hatte Thomas Lohmann unsere Redaktion über eine Sekretärin am Donnerstag (17.) auf Anfrage schriftlich erklären lassen:

„Ich möchte Ihnen im Namen Herrn Lohmanns mitteilen, dass die Infos Ihrer Redaktion wie unten angegeben nicht zutreffen.“ Davon, dass er beabsichtigt, 2020 das Amt niederzulegen, kein Wort.

Nachfragen unserer Redaktion vom Montag (22.) zu seinem in dem Interview angekündigten Rückzug Ende 2020 beantwortete der scheidende Sparkassenchef am Dienstag (22.) nicht. Über seine Sekretärin ließ Thomas Lohmann die Redaktion per E-Mail wissen:

„Herr Lohmann bat mich Ihnen mitzuteilen, dass alle Ihre Fragen durch das Interview beantwortet seien. Weiteres habe er nicht hinzuzufügen.“

In dem Interview hatte Lohmann auf die Frage, wie lange er denn seinen Job noch machen möchte, geantwortet:

„Sparkassenvorstände haben immer Dienstverträge mit einer Laufzeit von fünf Jahren. Mein aktueller Vertrag läuft bis Ende 2020; den werde ich natürlich erfüllen. Ich habe aber dem Vorsitzenden des Verwaltungsrats mitgeteilt, dass ich mit dann fast 62 Jahren beabsichtige, in den Ruhestand zu gehen.“

„Habe dann über 40 Jahre gearbeitet“

Zum Grund der Entscheidung, sagte Lohmann weiter:

„Ich habe dann über 40 Jahre gearbeitet – wohlgemerkt: immer gerne gearbeitet – und das Haus sowie das Vorgängerhaus 25 Jahre lang als Vorstand geführt. Ich glaube, das ist ein guter Zeitpunkt, um sich zurückzuziehen, und ein guter Abschluss. Die vielen Jahre haben ja auch ihre Spuren hinterlassen und die Zeit, die ich noch arbeiten könnte, wäre überschaubar (...).“

In dem Interview erklärte Sparkassenchef Thomas Lohmann außerdem, dass er sich gut vorstellen könne, dass „man (nach seinem Ausscheiden, Anm. d. Red.) ein Haus dieser Größe auch mit zwei Kräften führen kann“.

Branchenkritik an Zahl der Sparkassen-Vorstände

Die von vielen Branchenexperten seit Jahren regelmäßig geforderte Reduzierung der personell üppig ausgestatten Sparkassenvorstands-Etagen war schon Gegenstand des von unserer Redaktion im August 2019 geführten Interviews mit dem Sparkassenchef:

Auf unsere Frage, ob denn nicht auch zwei statt drei teure Vorstände zur Führung der Geschäfte ausreichen, hatte Lohmann damals geantwortet:

„Der Gesetzgeber sieht mindestens zwei Vorstände vor. Andere Sparkassen haben fünf oder sieben. Über die Zahl der Vorstände entscheidet im Übrigen der Verwaltungsrat. Deshalb kann ich auch nicht mehr dazu sagen, das fällt nicht in meinen Kompetenzbereich. Für den Fall, dass der Vorstand um eine Stelle reduziert werden sollte, kann ich Ihnen versichern: Das bereitet mir keine schlaflosen Nächte.“

Nachfragen unserer Redaktion zum Geschäftsjahr 2018 und den Gehaltssteigerungen im gleichen Jahr beantwortete Thomas Lohmann im August dieses Jahres ebenfalls nicht.
Vielmehr ließ er - wie berichtet - der Redaktion auf dem Postweg einen gedruckten Geschäftsbericht und ein förmliches Anschreiben zukommen - mit dem Hinweis, die Fragen unserer Redaktion ließen sich mit einen Blick in den Bericht beantworten.

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