„Lünen-Süd solidarisch“ gegründet: Siggi Hohendorf organisiert Hilfe bei Einkäufen

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Siggi Hohendorf ist einer, der anpackt. Auch in der Coronakrise. Nach dem Vorbild von Heinsberg rief er die Aktion „Lünen-Süd solidarisch“ ins Leben und organisiert Hilfe bei Einkäufen.

Lünen-Süd

, 17.03.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Coronavirus schränkt das Leben ein. Gerade ältere und gesundheitlich angeschlagene Menschen sind gefährdet. Sie sollten zuhause bleiben. Dass sie weiterhin gut mit Lebensmitteln versorgt sind, dafür will Siggi Hohendorf (47) in seinem Stadtteil sorgen. Vor vier Tagen rief er die Aktion „Lünen-Süd solidarisch“ ins Leben. „Ich habe einen Bericht über Heinsberg gesehen und gedacht, was die können, können wir auch.“

Fünf Betroffenen, bisher überwiegend aus dem Verwandten- und Bekanntenkreis, bringt der Facilitymanager, der aus Krankheitsgründen im Ruhestand ist, den Einkauf an die Tür. „Sie sagen mir, was sie brauchen und ich besorge das.“ Bisher gibt er die Lebensmittel persönlich ab. „Das funktioniert ganz gut“, ist seine Erfahrung. Hohendorf achtet darauf, Abstand zu halten und nicht die Hand zu geben. Er trägt Handschuhe, weil auch Geld abgerechnet werden muss. „Zur Not hätte ich auch noch einen Mundschutz da“, sagt er.

„Froh, nicht mehr raus zu müssen“

Ein bis zwei Stunden am Tag ist Siggi Hohendorf mit Einkaufen für andere beschäftigt. Die Leute ordern frische Produkte für den Alltag, nichts Außergewöhnliches, wie er sagt. Die Resonanz sei positiv. „Sie finden das gut, denn sie möchten nicht mehr rausgehen und sich einer Gefahr aussetzen“, hört Siggi Hohendorf.

Bisher halte sich sein Aufwand in Grenzen. Doch es darf ruhig mehr werden, findet Siggi Hohendorf. Sowohl Betroffene, die Einkäufe benötigen, aber auch Helfer können sich bei ihm melden, Tel. (02306) 309 11 34. Wenn es mehr wird, koordiniert er die Hilfe.

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Nach seinem Faceebookaufruf haben sich vier Helfer gemeldet, dazu gehört auch SPD-Ratsfrau Barbara Utrata. „Wir wissen ja nicht, wo der Weg der Coronakrise noch hingeht“, fürchtet Hohendorf. Inzwischen dürfen die Kinder ja noch nicht mal mehr auf den Spielplatz. Gerade in Zeiten wie diesen sei das Miteinander in der Nachbarschaft wichtig.

„Wir kriegen das gewuppt“

Hohendorf, der sich ohnehin engagiert, in den Stadtteilkonferenzen Lünen-Süd und Gahmen sowie an der Overbergschule aktiv ist, will seine Aktion „Lünen-Süd solidarisch“ nicht auf den Ortsteil begrenzt sehen. „Gahmen beziehe ich auch ein“, sagt er. Denn dort gibt es ja kein Lebensmittelgeschäft mehr. Ein besonderes Problem für ältere Menschen.

„Wenn man nicht anfängt, passiert nichts“, ist seine Devise. Deshalb freut er sich auf Mitstreiter und weitere Hilfsmeldungen. „Wir kriegen das schon gewuppt“, ist er überzeugt.

NACHBARSCHAFTSHILFE ZUM AUSDRUCKEN

Gehören Sie nicht zur Risikogruppe und möchten Sie Ihren Nachbarn helfen? Dann drucken Sie sich unser Nachbarschaftshilfe-Plakat aus und hängen Sie es zum Beispiel in Ihren Hausflur. Das Plakat gibt es kostenlos zum Download.
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