Lünen-Süd und die Menschen dort liegen Pastor Willi Aufenberg am Herzen

Diamantenes Priesterjubiläum

Lünen-Süd ist sein Zuhause, auch wenn Pfarrer i.R. Willi Aufenberg aus dem Sauerland stammt. Jetzt feiert der 86-Jährige Diamantenes Priesterjubiläum - natürlich in „seiner“ Gemeinde.

Lünen-Süd

, 20.07.2019, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Lünen-Süd und die Menschen dort liegen Pastor Willi Aufenberg am Herzen

Pfarrer i.R. Will Aufenberg interessiert sich sehr für Kunst. Vor 60 Jahren wurde er im Dom zu Paderborn zum Priester geweiht. © Beate Rottgardt

Dass dieser Mann schon 86 Jahre alt ist, mag man kaum glauben. Willi Aufenberg, seit 16 Jahren Pfarrer im Ruhestand i.R., feiert noch fast jedes Wochenende einen Gemeinde-Gottesdienst in Lünen-Süd.

In dem Stadtteil lebt er seit 1975, als er die Pfarrstelle in der Gemeinde Heilige Familie übernahm.

Er kennt Stadtteil und Menschen. Manche Familien schon seit Generationen. „Ich hab einige Gemeindemitglieder getauft, sie zur Erstkommunion begleitet und später getraut.“

Auch die traurigen Momente des Lebens teilt der Geistliche mit den Menschen. „Es kommen häufiger Anfragen, ob ich eine Beerdigung übernehmen würde, weil ich die Familie schon lange kenne.“

Lünen-Süd und die Menschen dort liegen Pastor Willi Aufenberg am Herzen

An seinem 80. Geburtstag gab es nach dem Gottesdienst Gratulationen der Gemeindemitglieder. © Magdalene Quiring-Lategahn

Der eigentliche Jahrestag seiner Priesterweihe ist der 23. Juli. Weil das Datum in diesem Jahr auf einen Dienstag fällt, feiert die Gemeinde ihren Pfarrer im Ruhestand am Samstag (27.7.) danach.

Aufenberg wird an seinem Ehrentag das tun, was er schon viele Jahre am 23. Juli tut: „Ich fahre nach Paderborn, setze mich in den Dom und denke an den Tag vor 60 Jahren.“ Mit ihm waren damals um die 40 Priester geweiht worden. „Heute kann man die neuen Priester bei einer Weihe an einer Hand abzählen.“

Fast immer mit dem Fahrrad unterwegs

Auch wenn Aufenberg mit 70 Jahren in den Ruhestand ging, als „Subsidiar“ ist er in der Kirchengemeinde, die zum „Pastoralen Raum“ Lünen gehört, immer noch gern aktiv, „Ich bin noch ein bisschen unterwegs, solange ich das machen kann.“

Und das meistens mit dem Fahrrad. „Ich hatte nie ein Auto und wenn es mal weiter weg ging, hab ich immer jemanden gefunden, der mich fährt“, meint der 86-Jährige.

Lünen-Süd und die Menschen dort liegen Pastor Willi Aufenberg am Herzen

Seit Beginn an ist Willi Aufenberg Mitglied beim Verein „Dach über dem Kopf“, engagiert sich auch bei der Reihe „Lyrik und Linsensuppe“, so wie hier mit (o. Reihe v. l.)Ingo Mallee, Max Biela von der Cineworld, Ulrich Klink, (u. Reihe): Barbara Pufhahn, Daniela Blome, Gabriele Strauß. © Heinrich Höckmann

Aufenberg engagiert sich auch in der Gesellschaft. So ist er seit Anfang an aktiv im Verein „Dach über dem Kopf“, der sich um Wohnungslose kümmert.

Bevor Aufenberg 1975 nach Lünen-Süd kam, war er zehn Jahre in Dortmund-Derne Pfarrer. „Das südliche Gahmen gehörte damals noch dazu, also kannte ich die Gemeinde schon ein bisschen, bevor ich nach Lünen-Süd kam.“ Bevor 1977 das - mittlerweile verkaufte - Gemeindezentrum St. Antonius am Lindeneck gebaut wurde, stand dort seit 1922 eine kleine Kirche.

Lünen-Süd und die Menschen dort liegen Pastor Willi Aufenberg am Herzen

Erinnerungen an das St. Antonius-Gemeindezentrum in Gahmen: Pfarrer i.R. Willi Aufenberg (2.v.l.) hielt eine Rede zur Entstehungsgeschichte des Gemeindezentrums und zeigte neben alten Dokumenten auch Bilder. Zu den Gästen zählte auch der damalige Architekt Hermann-Josef Geismann (l.). © Volker Beuckelmann

Als Aufenberg nach Lünen-Süd wechselte, gab es dort keinen Vikar mehr. Das kannte er aus den anderen Gemeinden, in denen er vorher tätig war, so nicht.

Erst relativ spät hatte sich Aufenberg entschlossen, Pfarrer zu werden. Nach dem Abitur konnte sich der in Hemer geborene Sauerländer „gut vorstellen, einen technischen Beruf zu ergreifen.“

Und so absolvierte er eine Schlosserlehre, schloss sie allerdings nicht ab, sondern begann in Paderborn ein Theologiestudium. Später studierte er in Innsbruck, wo ihn der Theologe Karl Rahner, ein Jesuit, sehr beeindruckte.

Zweites Vatikanisches Konzil hat ihn geprägt

Genau wie Papst Johannes XXIII., der das Zweite Vatikanische Konzil einberief.

„In meinen ersten Jahren als Priester war die Umsetzung der Konzil-Ergebnisse besonders wichtig. Auch heute wirkt das noch nach und hat mich entscheidend geprägt“, so Aufenberg. Seine erste Stelle war in St. Josef in Hamm - dort ist derzeit Stefan Schiller, der aus Lünen-Süd stammt, Pfarrer. „Dann scheine ich ihn zumindest nicht abgeschreckt zu haben.“

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Pastor i.R. Willi Aufenberg (l.) erklärte Leon Homann bei seiner Ausstellung in der Stadtkirche St. Georg das "Buchenwald-Kreuz". Es besteht aus Fundstücken, die Aufenberg auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald gefunden hat. © Volker Beuckelmann

Weite Reisen sind nicht sein Ding, dafür aber Kunst. Gerade hat er sich im Haus Opherdicke eine Ausstellung angesehen. Und auch selbst schon Ausstellungen gestaltet - in der Stadtkirche St. Georg oder im April in einer Kirche in Herford. Es sind Kompositionen aus unterschiedlichen Materialien, die er zu biblischen und christlichen Themen formt.

Die Gemeinde lädt aus Anlass des Diamantenen Priesterjubiläums am Samstag, 27. Juli, zu einem Kaffeetrinken mit Empfang ins Michaelsheim, Alsenstraße 13, ein. Beginn ist um 15.30. Im Anschluss feiert Pfarrer i.R. Willi Aufenberg um 18.30 Uhr in der Kirche Heilige Familie, Jägerstraße, die heilige Messe.
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