Lünens Gleichstellungsbeauftragte Heike Tatsch will den Anteil weiblicher Führungskräfte in der Stadtverwaltung bis 2024 erhöhen. © Stadt Lünen
Gleichstellung

Lünen will bis 2024 mindestens sieben weibliche Führungskräfte einstellen

Auf der Führungsebene im Rathaus werden bis 2024 viele Stellen frei. Gleichstellungsbeauftragte Heike Tatsch möchte mindestens die Hälfte davon mit Frauen besetzen. Eine Partei ist skeptisch.

Schon viel grün, etwas gelb, aber auch noch einiges rot: Die Gleichstellungsbeauftragte Heike Tatsch hat in ihrem Bericht die Ziele des Gleichstellungsplans der Stadt Lünen bis 2020 farblich markiert. Was in den vergangenen Jahren umgesetzt wurde, ist grün; was sich aktuell in der Umsetzung befindet, gelb; was nicht erreicht oder noch nicht angegangen wurde, rot. Das Fazit der Expertin: „Wir sind auf einem guten Weg, aber noch lange nicht am Ziel.“

Der Gleichstellungsplan soll nun für vier weitere Jahre fortgeschrieben werden.

Heike Tatsch präsentierte dazu dem Haupt- und Finanzausschuss ihren Entwurf.: Der Frauen-Anteil aller Beschäftigen der Stadtverwaltung liegt demnach bei 63 Prozent, im gehobenen Dienst ist das Verhältnis zwischen Männern und Frauen mittlerweile sogar annähernd gleich. Dennoch sieht Heike Tatsch Nachholbedarf: „In der Leitungsebene, insbesondere in der höheren Führung, sind Frauen nach wie vor unterrepräsentiert.“

Hier biete sich in der Neuorganisation der Verwaltung die Chance, Abhilfe zu schaffen. Die Gleichstellungsbeauftrage hat dieses Ziel klar definiert: Von 14 Stellen, die bis 2024 in der Führungsebene des Rathauses frei werden, sollen mindestens sieben mit Frauen besetzt werden. Für künftige Bewerberinnen und Bewerber heißt das konkret: „Solange Unterrepräsentanz in einem bestimmten Bereich besteht, werden bei konkreten Einzelfallentscheidungen im Rahmen von Stellenbesetzungsverfahren Frauen bei gleicher Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung vorrangig berücksichtigt, sofern nicht in der Person eines Mitbewerbers liegende Gründe überwiegen.“

Hoffnung auf ausreichende Bewerbungen

Für den Gleichstellungsplan gab es ein einstimmiges Votum des Ausschusses. Allerdings gab sich Arno Feller (CDU) skeptisch: „Das Problem ist ja, dass man auch entsprechende Bewerbungen braucht.“ Als Beispiel nannte Feller die Bürgermeisterwahl, wo sich die Lünerinnen und Lüner eben nur zwischen männlichen Kandidaten entscheiden konnten. „Man muss Frauen finden, die unsere Stellen haben wollen.“

Heike Tatsch zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass es genügend Bewerbungen von Frauen geben wird – auch, weil der Gleichstellungsplan weitere Initiativen vorsieht, um zum Beispiel weibliche Angestellte bei entsprechender Eignung zu fördern. Dies kann durch gezieltes Ansprechen und ein Mentroing-Programm geschehen, aber auch durch neue Einrichtungen wie einen Mitarbeiterinnen-Stammtisch oder das Netzwerk „Frauen in Führungspositionen“, die Tatsch installieren will. „Frauen netzwerken zu wenig. Das wollen wir in der Verwaltung durch solche Initiativen ändern.“

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Redaktion Lünen
Journalist, Vater, Ehemann. Möglicherweise sogar in dieser Reihenfolge. Eigentlich Chefreporter für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen. Trotzdem behält er auch gerne das Geschehen hinter den jeweiligen Ortsausgangsschildern im Blick - falls der Wahnsinn doch mal um sich greifen sollte.
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Daniel Claeßen

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