Lünens einziger Bio-Supermarkt schließt die Pforten

An der Laakstraße

Frisches Gemüse, alternative Produkte und herzliche Beratung - der Bioladen in der Lüner Laakstraße erfreut sich großer Beliebtheit über die Grenzen von Lünen hinaus. Doch Ende Mai ist das vorbei, denn Lünens einziger Bio-Supermarkt macht zu - schweren Herzens, wie Betreiber Thomas Leßmann betont.

Nordlünen

, 12.05.2016, 05:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
Thomas Leßmann und Silke Becker im Bioladen an der Laakstraße. Aus Gesundheitsgründen muss Leßmann den Laden schließen, hofft aber noch auf einen Nachfolger.

Thomas Leßmann und Silke Becker im Bioladen an der Laakstraße. Aus Gesundheitsgründen muss Leßmann den Laden schließen, hofft aber noch auf einen Nachfolger.

Sein Herz hängt an dem Bioladen an der Laakstraße 91, doch die Vernunft sagt, dass Thomas Leßmann ihn dennoch wohl Ende Mai schließen muss. Es sind gesundheitliche Gründe, die den 54-Jährigen dazu zwingen. „Es geht einfach nicht mehr“, sagt Leßmann. Und auch Mitarbeiterin Silke Becker schafft es nicht, ihn noch mehr zu unterstützen. „Ich bin auch selbstständig und helfe, wo ich kann.“ Aber den Laden kann sie nicht alleine übernehmen.

Leßmann wünscht sich, dass er noch einen Nachfolger findet, damit der 120 Quadratmeter große Bioladen mit den vielen Produkten für die Kunden erhalten bleibt. Auch mit den Lieferanten ist er zu diesem Thema im Gespräch. Und er würde einem neuen Besitzer auch hilfreich zur Seite stehen. „Ein paar Stunden am Tag schaffe ich, könnte auch handwerklich was tun“, so Leßmann.

Gerade erst zweijähriges Jubiläum gefeiert

Schließlich ist er ausgebildeter Handwerker, hat danach über Umwege zur EDV gefunden, musste diesen Beruf aber nach zwölf Jahren auch aufgeben. Dann entschied er sich, sich mit einem fahrbaren Hot-Dog-Stand selbstständig zu machen. Als er vor zwei Jahren und zwei Monaten hörte, dass der vorhergehende Betreiber den Bioladen schließen wollte, übernahm er ihn. Gegründet hatte ihn im Oktober 2001 Conny Droste, die ihn gut zehn Jahre führte.

Zum 1. März diesen Jahres wollte Leßmann sein zweijähriges Bestehen feiern, doch die Gesundheit spielte nicht mit und so wurde das Mini-Jubiläum auf den 30. April verschoben.

Kunden kommen auch aus den umliegenden Städten

Dass der Bioladen nun möglicherweise ganz schließt, tut Leßmann weh. „Man hat die ganzen Beziehungen zu den Kunden und zu den Lieferanten aufgebaut,“ so Leßmann. Lieferanten hätten auch schon zwei Optionen genannt, um den Laden weiter zu führen. „Mir würde eine beratende Tätigkeit reichen.“

Leid täte es Becker und Leßmann auch um ihr Netzwerk zum Thema Nachhaltigkeit. „Wir haben das Gib- und Nimm-Regal, in dem derzeit viele Bücher stehen, aber auch Gebrauchsgegenstände, die Leute nicht mehr brauchen, für andere aber wertvoll wären“, so Silke Becker. Auch am „Food-Sharing“ nimmt der Laden Teil, die Tafel wird unterstützt und auch der Kinderhospizverein. Die Kunden kommen nicht nur aus Lünen, sondern auch aus den umliegenden Städten und aus Unna und Hamm.

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