Lüner (80) pflanzte Baum aus Chile – und brachte Experten zum Staunen

mlzExotischer Baum

Der Lüner Theodor Schröder pflanzte vor über 40 Jahren eine Chilenische Araukarie in seinen Garten. Dabei schaffte der ehemalige Bergmann etwas, was selbst Profis im Labor nicht gelang.

Lünen

, 10.06.2020, 09:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ihre Heimat ist eigentlich Südamerika – genauer gesagt in den Anden. Ende der 1970er Jahre fand sie einen Platz im Garten von Theodor Schröder. Und ist seitdem ordentlich gewachsen. Die Chilenische Araukarie sorgte bereits für Staunen.

52 Zentimeter für 52 D-Mark

„Ich wollte mir Orchideen aussuchen und irgendwann haben wir bei Merten das kleine Bäumchen gesehen“, erinnert sich Theodor Schröder an das Jahr 1978. In diesem Jahr kaufte der damalige Bergmann den südamerikanischen Baum bei der Baumschule Merten in Bork.

„Da war er 52 Zentimeter groß und hat auch 52 D-Mark gekostet“, so Schröder. Der Baum fand schnell einen Platz genau vor der Terrasse seines Hauses.

Die „Andentanne“ – so wird die Chilenische Araukarie auch genannt – ist ein immergrüner Baum und fällt durch ihre schuppenförmigen Blätter sofort ins Auge. Ein Vorteil des Baumes zeigt sich vor allem im Herbst „Man braucht kein Laub zu sammeln“, freut sich Theodor Schröder. Allerdings stellte er auch schnell einen Nachteil fest: „Beim Unkraut rausziehen habe ich mich immer an den Blättern gestochen. Deshalb habe ich unterm Baum einen Bodendecker wachsen lassen.“

Mittlerweile ist der Baum 14 Meter hoch

Die ersten zehn Jahre schützte Schröder den Baum im Winter noch mit einer Abdeckung vor Frost, später war er robust genug gegen Kälte. Aus dem kleinen Bäumchen ist mittlerweile nämlich ein 14 Meter hoher Baum geworden.

„Die dicken Kugeln im Baum sind die weiblichen Zapfen“, hat sich der 80-Jährige erklären lassen. In diesem Jahr trägt der Baum besonders viele dieser grün-gelben „Früchte“.

„Das hat er jahrelang nicht mehr gemacht,“ berichtet der Rentner. Der milde Winter und die Trockenheit hätten dem Baum wohl gut getan. „So viele Früchte wie in diesem Jahr hatte er schon lange nicht mehr.“

In diesem Jahr trägt der Baum laut Theodor Schröder besonders viele weibliche Zapfen.

In diesem Jahr trägt der Baum laut Theodor Schröder besonders viele weibliche Zapfen. © Dennis Görlich

Später werfen sie Samen ab, aus denen dann neue Araukarien wachsen können. So war es auch vor vielen Jahren im Garten von Schröder.

Gartenprofis waren von Nachzüchtung beeindruckt

„Da habe ich mir einen Spaß gemacht, habe sechs Töpfe genommen und die kleinen Bäume der Frau Merten gebracht.“ Die Profis im Gartencenter waren laut Schröder beeindruckt von den kleinen Pflanzen. Sie selbst hätten es im Labor nicht geschafft, die Andentanne nachzuzüchten.

Deshalb durfte Theodor Schröder die Ableger auch direkt in der Baumschule lassen, denn der Baum erfreute sich ab den 1980er Jahren großer Beliebtheit.

Auch in der Nachbarschaft stehen Exemplare des Baumes aus Südamerika. Das kann auch für viele Generationen noch so bleiben. Diese Bäume können bis zu 2000 Jahre alt werden. Mittlerweile steht der Baum sogar auf der Roten Liste gefährdeter Arten.

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