Lüner Altenheime und ambulante Pflegedienste: Vorsichtsmaßnahmen zum Schutz vor Corona

mlzHygiene ist wichtig

Desinfektionsmittel sind vorhanden, auch noch Mundschutz und Handschuhe. Dennoch herrscht auch bei Pflege-Einrichtungen wie bei vielen Bürgern eine gewisse Unsicherheit.

Lünen

, 28.02.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf allen Schränken in den Büros der Mobilen Senioren- und Krankenpflege Birgit Rückert findet man Infos zu Sicherheitsmaßnahmen gegen das Corona-Virus. „Eine Kollegin hatte auch die Idee, diese Infos zu kopieren und an Angehörige und Patienten zu verteilen“, so Birgit Rückert. Auch bei den Dienstbesprechungen wurde das Thema Corona thematisiert. Vor allem geht es um Handhygiene, denn gerade die Hände sind bei der Übertragung ein großes Risiko.

Wie bei vielen Privatleuten herrscht auch bei Pflegediensten und Pflegeeinrichtungen eine gewisse Unsicherheit. Wie hoch soll man das Thema Corona hängen? Was tun, wenn sich ein Kollege infiziert hat oder jemand von der Belegschaft in einem Risikogebiet im Urlaub war?

Desinfektionsmittel rechtzeitig geordert

„Wir werden auf das Thema Corona von Angehörigen und Patienten angesprochen. Ich war gerade bei mehreren Beratungsgesprächen und das erste was kam, war dieses Thema“, so Birgit Rückert. Desinfektionsmittel und sorgfältige Handreinigung seien immer schon selbstverständlich gewesen. „Wir haben zum Glück schnell reagiert und noch einiges an Desinfektionsmitteln geordert.“

Auch ihren fünfjährigen Enkel hat sie schon erklärt, dass er am besten zwei Mal „Happy Birthday“ beim gründlichen Händewaschen singen soll - dann sind die empfohlenen 30 Sekunden um. „Er hat das dann auch seinen Eltern gesagt und im Kindergarten erzählt“, so die Pflegedienstchefin. Ihr Schwiegersohn und Mitarbeiter Denis Pestinger-Rückert findet es gut, dass das Thema kindgerecht auch in der Kita seines Sohnes aufgegriffen wird.

Urlaubsplanung könnte Problem werden

Ein anderes Problem könnte die Urlaubsplanung sein, die wegen Corona in Schieflage gerät. „Mitarbeiter haben für März und April gebucht. Sie haben schon gefragt, ob sie den Urlaub verschieben können, wenn es Reisewarnungen geben sollte.“

Dass sorgfältiges und gründliches Händewaschen wichtiger als Mundschutz ist, sieht auch Michael Wopker, Inhaber des Pflegebüros Wopker. Hygiene-Management sei immer wichtig, auch im Hinblick auf die alljährliche Grippewelle. Bislang seien seine Mitarbeiter aber nur selten auf das Thema Corona angesprochen worden.

Bei den Mitarbeitern des evangelischen Altenzentrums Lünen ist der Schutz vor der Krankheit durchaus ein Thema, sagt Einrichtungsleiter Dirk Kreimeyer. „Es ist genauso ein Virus wie der Grippe-Virus und man muss sich damit auseinandersetzen“, so Kreimeyer. Laut dem Robert-Koch-Institut verlaufen 85 Prozent der Krankheiten harmlos. Bei 15 Prozent der Erkrankten wird es gefährlicher, weil sie eine Vorschädigung der Lunge haben - durchs Rauchen oder durch Krankheiten.

„Es gibt noch keine Impfung und auch keine gezielten Medikamente. Also sind die normalen Hygieneregeln wichtig.“ Sollte ein Mitarbeiter Fieber haben und der Verdacht bestehen, er könnte sich den Virus eingefangen haben, wird er gebeten, zuhause zu bleiben, seinen Arzt anzurufen und sich testen zu lassen. Schnelltests seien mittlerweile bei vielen Laboren möglich, das Ergebnis bekomme man innerhalb eines Tages.

Wachsam sein, aber nicht panisch

Der Bundesverband der Diakonie hat an seine Einrichtungen Verhaltensregeln aufgrund von Merkblättern der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung geschickt. Im Lüner Pflegeheim werden Poster mit den zehn wichtigsten Hygieneregeln aufgehangen. „Man sollte wachsam sein, aber Panik ist nicht angebracht“, so Kreimeyer.

Der Caritasverband Lünen hat eine Notfallplanung für alle Pflege-Einrichtungen. Die Pandemieplanung regelt - je nach Entwicklung - verschiedene Maßnahmen zu Hygiene, Desinfektion, Quarantäne und Zutrittskontrolle. Besonders wichtig, so ein Sprecher, sei eine gute Kommunikation innerhalb des Verbandes aber auch mit allen Bewohnern, Angehörigen und Behörden.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Münsterland Zeitung Serie „Wenn die Eltern älter werden“
Letzte Folge unser Serie: Lünerin (93) plante schon mit 60 konsequent ihr Leben im Alter
Münsterland Zeitung Serie „Wenn die Eltern älter werden“
Tagespflege: Soziale Kontakte, strukturierter Tagesablauf und Entlastung für Angehörige