Bis Bäckermeister Matthias Wulf wieder Teig für seinen Stollen abwiegt, dauert es noch einige Wochen. © Beate Rottgardt (Archiv)
Handwerk

Lüner Bäcker: „Jetzt ist es noch viel zu warm für Weihnachtsgebäck“

In den Supermarkt-Regalen liegen schon seit August die ersten Lebkuchen und Dominosteine. In einer Lüner Bäckerei und einem Café ist man sich einig: Für Weihnachtsgebäck ist es viel zu früh.

Manch ein Leckermäulchen kann nicht widerstehen und hat schon die ersten Dominosteine oder Printen gefuttert. Schließlich bieten Supermärkte nicht nur in Lünen das Weihnachtsgebäck schon seit Anfang August an. Vier Monate vor dem ersten Advent.

Darüber können Marion Wulf (Bäckerei Wulf, Bebelstraße) und Jens Böttger vom Café Kleinschmidt in der Innenstadt nur den Kopf schütteln. Beide verstehen nicht, wieso das Weihnachtsgebäck gefühlt immer früher schon im Sommer in die Läden kommt.

Marion und Matthias Wulf vor ihrer kleinen Bäckerei an der Bebelstraße. Hier beginnt die Weihnachtsbäckerei erst Mitte Oktober.
Marion und Matthias Wulf vor ihrer kleinen Bäckerei an der Bebelstraße. Hier beginnt die Weihnachtsbäckerei erst Mitte Oktober. © Niehaus (Archiv) © Niehaus (Archiv)

„Bei uns geht es frühestens Mitte Oktober mit dem Backen von Weihnachtsgebäck los. Auch weil wir bewusst keine Frischhaltemittel benutzen und unsere Backwaren deshalb nur etwa acht Wochen lang haltbar sind“, sagt Marion Wulf. Sie selbst kann sich auch nicht vorstellen, schon im August oder September Weihnachtsplätzchen zu essen. Die ersten Weihnachtsplätzchen der Bäckerei Wulf sind traditionell Spekulatius, die ab Mitte Oktober gebacken werden.

Derzeit ist die beliebte Lüner Bäckerei ohnehin zwischen Donnerstag und Sonntag im „Erdbeer- und Zwiebelkuchen-Modus.“ Das passe auch eher zur Jahreszeit. Den ersten Butterstollen backt Bäckermeister Matthias Wulf um den 1. November rum. „Der ist auch ein bisschen länger haltbar, weil Rum in den Teig kommt“, erklärt seine Frau.

Baumkuchen erst zwei Wochen vor Weihnachten

Auch Printen werden nach eigenem Rezept in der Backstube hinter dem Ladenlokal gebacken – ab der zweiten Novemberwoche. Die anderen Sorten Weihnachtsplätzchen folgen danach. Besonders beliebt ist bei den Kunden der Bäckerei Wulf der Baumkuchen mit verschiedenen Schokoladen-Überzügen. Marion Wulf: „Baumkuchen werden erst ab zwei Wochen vor Weihnachten gebacken.“

Konditor Jens Böttger wird - wie hier auf dem Archivfoto - erst ab Mitte, Ende Oktober mit dem Plätzchenbacken beginnen.
Konditor Jens Böttger wird – wie hier auf dem Archivfoto – erst ab Mitte, Ende Oktober mit dem Plätzchenbacken beginnen. © Magdalene Quiring-Lategahn (Archiv) © Magdalene Quiring-Lategahn (Archiv)

So sieht es auch Konditormeister Jens Böttger vom Café Kleinschmidt: „Derzeit ist es doch noch viel zu warm für Weihnachtsgebäck, auch wenn es schon in den Läden überall liegt.“ Es gebe auch gar keine Nachfrage der Kunden nach Stollen, Printen und Co. im Café an der Goldstraße.

In seiner Backstube kümmert sich Böttger meistens ab Mitte bis Ende Oktober ums Thema Weihnachten. Wenn es kühler wird und die Tage kürzer werden, dann steigt die Nachfrage nach dem Stollen, der nach einem traditionellen Rezept aus Böttgers Heimat, dem Erzgebirge, gebacken wird. Aber auch Lebkuchen, Pfefferkuchen, Elisen-Lebkuchen, Printen, Weihnachtsplätzchen und Baumkuchen kommen aus der Backstube des Cafés in den Laden und ins Schaufenster.

Im Café Kleinschmidt in der Goldstraße gibt es kurz vor dem ersten Advent dann wieder die Hexenhäuschen, hier präsentiert von Cafébesitzer Ronny Berger.
Im Café Kleinschmidt in der Goldstraße gibt es kurz vor dem ersten Advent dann wieder die Hexenhäuschen, hier präsentiert von Cafébesitzer Ronny Berger. © Niehaus (Archiv) © Niehaus (Archiv)

Beliebt sind auch die selbst gebackenen und dekorierten Hexenhäuschen, die kurz vor dem ersten Advent präsentiert werden. Böttgers persönliches Lieblingsgebäck zum Fest sind übrigens Elisen-Lebkuchen. Aber auch die werden erst in einigen Wochen gebacken und verziert.

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Beate Rottgardt, 1963 in Frankfurt am Main geboren, ist seit 1972 Lünerin. Nach dem Volontariat wurde sie 1987 Redakteurin in Lünen. Schule, Senioren, Kultur sind die Themen, die ihr am Herzen liegen. Genauso wie Begegnungen mit Menschen.
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Beate Rottgardt

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