Lüner Beschäftigte verzichten nicht aufs Urlaubsgeld

Keine Einigung bei Caterpillar

Um weitere Kosten zu sparen, sollten die Beschäftigen des Bergbauzulieferers 2018 auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld verzichten. Daraus wird nichts, die Mitarbeiter lehnen das strikt ab. Die Geschäftsführung reagiert gelassen. Sie hat einen Plan B.

Lünen

, 08.02.2018, 16:58 Uhr / Lesedauer: 2 min
Caterpillar muss nach eigenen Angaben weiter Kosten sparen, um die Gewinnzone zu erreichen. Der Lüner Geschäftsführung sitzt die USKonzernspitze im Nacken.

Caterpillar muss nach eigenen Angaben weiter Kosten sparen, um die Gewinnzone zu erreichen. Der Lüner Geschäftsführung sitzt die USKonzernspitze im Nacken. © Peter Fiedler

Die von der Caterpillar-Geschäftsführung für dieses Jahr geplante Streichung des Urlaubs- und Weihnachtsgeldes für die über 600 Beschäftigten des Lüner Bergbauzulieferers ist vom Tisch. Darüber hatten Betriebsrat, IG Metall und Geschäftsführung in den vergangenen Wochen verhandelt. Das von den drei Parteien ausgehandelte Paket lehnten die Mitarbeiter am Mittwoch auf einer Belegschaftsversammlung mehrheitlich ab.

„Es wird viel Geld verschwendet“

Das erklärte Ulrike Kletezka, 2. Bevollmächtigte der IG Metall Dortmund, im Gespräch mit dieser Redaktion. Die Beschäftigten seien nicht bereit, angesichts voller Auftragsbücher weitere Sparopfer zu bringen. Außerdem seien die Mitarbeiter der Meinung, sagte Kletezka weiter, dass „in dem Unternehmen von Seiten der Geschäftsführung viel Geld verschwendet“ wird. „Wir sind gespannt, wie es jetzt weiter geht.

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Die Geschäftsführung muss ihre Hausaufgaben machen“, sagte Kletezka. Die Gewerkschafterin räumte ein, dass es bei den Verhandlungen nicht gelungen sei, die Streichung des Urlaubs- und Weihnachtsgeldes zu kippen.

Darüber wurde abgestimmt

Laut Caterpillar-Geschäftsführer Thomas Reuß beinhaltete das zur Abstimmung gestellte Verhandlungsergebnis folgende Punkte:

  • Die Stundung des Urlaubs- und Weihnachtsgeldes 2018: Wie Reuß sagte, hätten die Beschäftigten dieses Geld mit Erreichen der Gewinnzone in diesem Jahr rückwirkend erhalten. Laut IG-Metall-Bevollmächtigter Kletezka war die Geschäftsführung nicht bereit, eine längere Rückzahlungsfrist bis zum Jahre 2025 zu vereinbaren.
  • Keine betriebsbedingten Kündigungen in diesem Jahr.
  • Fertige Auszubildende wären für ein Jahr weiter beschäftigt worden.

„Die Belegschaft hat dies alles abgelehnt, jetzt müssen wir sehen, welche Maßnahmen wir zur Verbesserung unserer Kostensituation ergreifen“, sagte Geschäftsführer Thomas Reuß: „Natürlich haben wir einen Plan B in der Tasche.“ Ziel sei es nach wie vor, dieses Jahr aus der Verlustzone zu kommen.


Ob dafür auch betriebsbedingte Kündigungen notwendig sind, schloss der Manager nicht aus: „Wir schauen uns die Kostenseite noch einmal ganz gründlich an.“ Wie Reuß durchblicken ließ, geht es darum, drei Millionen Euro einzusparen.

Tariferhöhungen sind einkalkuliert

Das Tarifergebnis für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg bereitet Caterpillar keine Bauchschmerzen. „Wir leben hier ja nicht auf dem Baum. Wir haben natürlich Tariferhöhungen einkalkuliert, wenn auch nicht ganz in dieser Höhe. Das ist aber kein Problem.“

Der Pilotabschluss von Baden-Württemberg sieht unter anderem Gehaltserhöhungen von 4,3 Prozent ab April und ab 2019 ein tarifliches Zusatzgeld in Höhe von 27,5 Prozent eines Monatsentgelts vor. Dazu kommt eine Einmalzahlung in Höhe von 100 Euro für die Monate Januar bis März 2018 sowie ein Festbetrag von 400 Euro, der spätestens im Juli 2019 fällig wird.

Wann klar ist, wie es bei Caterpillar weitergeht, dazu machte Reuß am Donnerstag keine Angaben. „Dafür ist einfach alles noch zu frisch.“

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