Lüner Bürgerbüro: 200.000 Euro unterschlagen?

Ermittlungen gegen Angestellte

Im April hatte die Stadt Lünen gegen eine Mitarbeiterin des Bürgeramtes Strafanzeige gestellt. Der Vorwurf: Untreue und Unterschlagung. Seitdem ermittelt die Staatsanwaltschaft Dortmund - und hat nun eine mögliche Schadenshöhe genannt. Es geht um bis zu 200.000 Euro.

LÜNEN

, 21.04.2017, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Eingang zum Bürgerbüro im Foyer des Rathauses: Hier sind häufig alle Sitzplätze besetzt, denn der Andrang ist groß.

Der Eingang zum Bürgerbüro im Foyer des Rathauses: Hier sind häufig alle Sitzplätze besetzt, denn der Andrang ist groß.

Der finanzielle Schaden durch die Unterschlagung von städtischem Geld im Bürgerbüro beläuft sich möglicherweise auf „bis zu 200.000 Euro“. Das erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Dortmund am Donnerstag auf Anfrage unserer Redaktion.

„Ob und in welchem Umfang der ermittelte Fehlbetrag im Ergebnis der Beschuldigten zur Last gelegt werden kann, ist Gegenstand unserer Ermittlungen. Diese werden jedenfalls mehrere Monate in Anspruch nehmen“, sagte der Sprecher weiter. Gegen die Beschuldigte sei auf Grund der Strafanzeige der Stadt Lünen seit dem 19. April ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Untreue anhängig.

Lünens Stadtverwaltung schweigt  

Am 7. April stellt die Stadt Lünen Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Dortmund gegen eine Mitarbeiterin des Bürgerbüros wegen Untreue und Unterschlagung. Die Betroffene wurde mit sofortiger Wirkung vom Dienst suspendiert, heißt es aus dem Rathaus. Die Mitarbeiterin soll nach „ersten Erkenntnissen“ der Stadt Quittungen über die Ausstellung von Ausweisen und Pässen gefälscht haben. Die Beschuldigte soll geständig sein.

Zur Höhe des Schadens sagte die Stadt Anfang April auf Anfrage unserer Redaktion nichts. Vielmehr ließ sie uns wissen, dass die Gemeindeprüfungsanstalt NRW (gpa NRW, Herne) eine Differenz zwischen bearbeiteten Fällen und Zahlungseingängen festgestellt habe und dass das Rechnungsprüfungsamt eingeschaltet sowie der Personalrat informiert worden sei.

Weiter teilte die Stadt am 7. April mit: „Während des laufenden Ermittlungsverfahrens wird die Stadt in der Angelegenheit keine weiteren (...) Stellungnahmen abgeben.“ Daran hält die Stadt weitestgehend fest.

Welche Fragen die Verwaltung am Donnerstag zu dem Fall beantwortet beziehungsweise nicht beantwortet hat, lesen Sie hier:

Laut Staatsanwaltschaft soll der Schaden bis zu 200 000 Euro betragen. Können Sie das bestätigen?

Keine Antwort.

Wann fand die Routineüberprüfung der Gemeindeprüfungsanstalt NRW statt?

Die Prüfung begann im Mai 2016. Sie ist derzeit noch nicht abgeschlossen.

Wie oft, in welchen zeitlichen Abständen, finden derartige Prüfungen statt?

Die Prüfungen finden in unregelmäßigen Abständen statt. Die letzte Prüfung wurde zwischen Februar und Juli 2010 durchgeführt.

Hat die von der Stadt angekündigte interne Arbeitsgruppe zur lückenlosen Aufklärung des Vorfalls die Arbeit schon aufgenommen?

Ja.

In welchem Zeitraum fand die Unterschlagung statt?

Keine Antwort.

Warum ist den städtischen Rechnungsprüfern die Unterschlagung nicht aufgefallen?

Keine Antwort.

Lesen Sie jetzt