Lüner Bürgerbüro: Noch mehr Geld veruntreut?

Rund 280.000 Euro fehlen

Die seit April dieses Jahres vom Dienst suspendierte Mitarbeiterin des Lüner Bürgerbüros hat möglicherweise rund 280.000 Euro unterschlagen - also 80.000 Euro mehr als die bislang im Raum stehenden 200.000 Euro. Obwohl die Beschuldigte bereits gestanden hat, bleibt zu klären, ob ihrem Handeln die volle Summe anzulasten ist.

LÜNEN

, 18.08.2017, 15:23 Uhr / Lesedauer: 1 min

Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Dortmund am Freitag auf Anfrage unserer Redaktion sagte, seien die internen Ermittlungen der Stadt beendet und der Abschlussbericht bei der Staatsanwaltschaft eingegangen. Laut diesem Bericht, sagte der Sprecher weiter, habe das Rechnungsprüfungsamt der Stadt eine Schadenssumme von exakt 276.374,15 Euro ermittelt - angefallen im Zeitraum 2011 bis Ende März 2017.

Stadt Lünen macht noch keine Angaben zum Verfahren

„Ob dieser Fehlbetrag in vollem Umfang der Beschuldigten zur Last gelegt werden kann, ist Gegenstand der weiteren Ermittlungen.“ Wann diese abgeschlossen sein werden, dazu machte der Sprecher keine Angaben: „Das lässt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht sagen. Wir warten jetzt erst einmal auf eine Stellungnahme des Anwalts der Beschuldigten zu dem Abschlussbericht der Stadt.“ Die hüllte sich am Freitag einmal mehr in Schweigen. „Wir machen zur Sache keine Angaben, da es sich um ein laufendes Verfahren handelt“, sagte eine Stadtsprecherin.

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Wie berichtet, hat die Stadt am 7. April dieses Jahres Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Dortmund gegen eine Mitarbeiterin des Bürgerbüros wegen Untreue und Unterschlagung gestellt und die Betroffene mit sofortiger Wirkung vom Dienst suspendiert.

Die Beschuldigte hat gestanden, Quittungen über die Ausstellung von Ausweisen und Pässen gefälscht zu haben. Mit dem Geld finanzierte die Beschuldigte nach Informationen unserer Redaktion ihre Kaufsucht. Nach früheren Angaben aus Ermittlerkreisen ist es unwahrscheinlich, dass die Beschuldigte mit einer Geldstrafe davonkommt. Im schlimmsten Fall droht ihr eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren.

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