Angekommen: Im Trabi-Sondermodell "Deutsche Einheit" und einem West-Käfer haben der Lüner Chefarzt Dr. Donat Romann (l.) und sein Bruder Johannes Romann am 13. August anlässlich des Mauerbaus vor 60 Jahren das Brandenburger Tor erreicht. © Romann
Reise im Trabi

Lüner Chefarzt am Mauerbau-Tag am Brandenburger Tor: „Bewegender Moment“

Anlässlich des Mauerbaus vor 60 Jahren fährt der Lüner Chefarzt Dr. Donat Romann am Brandenburger Tor im Trabi vor. Für ihn ist es „ein bewegender Moment, dass das in Freiheit möglich ist“.

Vor 60 Jahren ist die Mauer gebaut wurden. Am frühen Freitagmorgen (13.8.) fährt Dr. Donat Romann mit seinem Trabi-Sondermodell „Deutsche Einheit“ in den Farben Schwarz-Rot-Gold am Brandenburger Tor vor. Kurz vorher war die Sonne aufgegangen. Für ihn ist es „ein bewegender Moment“, das Brandenburger Tor ohne Grenze und in Freiheit zu erleben. Es ist zugleich der Höhepunkt eines besonderen Road-Trips: Der Chefarzt der Gynäkologie des St.-Marien-Hospitals war auf den Spuren der deutsch-deutschen Geschichte unterwegs.

In Berlin sei von dem besonderen Datum nicht viel zu spüren, berichtet er. Das wundert ihn. Seine Gedanken gehen zurück zum 13. August 1961. Romanns sieben Jahre älterer Bruder Johannes, Pfarrer im Ruhestand, machte damals mit den Eltern im Urlaub an der Ostsee. „Es war eine Stimmung wie vor dem dritten Weltkrieg“, weiß Donat Romann aus Erzählungen. Er selbst ist 1961 geboren. Anlässlich seines 60. Geburtstages hatte er die besondere Reise der Grenzerfahrung geplant.

Familie in Ost und West

Die Tour hat eine persönliche Komponente. Ost und West, das ist ein Thema in Donat Romanns Familie: Seine Frau Christiane hat er im Osten kennengelernt, die Wurzeln seiner Familie väterlicherseits liegen in Niederschlesien. Begegnung und Verständigung, darum geht es bei der besonderen Reise. Das spiegeln auch die Fahrzeuge wider: In zwei Oldtimern aus Ost und West, dem Trabi 601 und einem VW-Käfer, führte die Route entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze Richtung Hauptstadt.

Mit dabei waren auch seine Frau Christiane, Sohn Michael und Romanns Bruder Johannes. Der hatte seinen Enkel Henry mit. Zur Reisegruppe gehörten noch Ralf Knof, Ted Droste und Angela Blomenkemper. Wichtig ist Romann, die deutsch-deutsche Geschichte auch an die jüngere Generation weiterzugeben.

Erlebnisse in Grenzarmee

Mit vielen Leuten seien sie unterwegs ins Gespräch gekommen, darunter auch mit Turmbesitzer Freddy Willig am ehemaligen DDR-Grenzturm bei Bartofelde. Dort konnte sich die Gruppe mit einem Ehemaligen der Grenzarmee unterhalten. Der habe von der seelischen Belastung und der Eintönigkeit berichtet. „Damals waren Wehrdienstpflichtige eingesetzt, die zu zweit an der Grenze patrouillierten und sich gegenseitig bewachten“, schildert Donat Romann.

1500 Kilometer war die Gruppe unterwegs, vielfach entlang der früheren Grenze mit vielen Stationen an geschichtsträchtigen Orten. Direkt nach dem Mauerfall ist Johannes Romann mit seiner jüngsten Tochter durch das Bandenburger Tor gelaufen. Dass die Grenze wieder durchlässig ist, war eine besondere Erfahrung – früher und auch heute noch.

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Redaktion Lünen
Lünen ist eine Stadt mit unterschiedlichen Facetten. Nah dran zu sein an den lokalen Themen, ist eine spannende Aufgabe. Obwohl ich schon lange in Lünen arbeite, gibt es immer noch viel zu entdecken.
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Magdalene Quiring-Lategahn

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