Nicht mit dem Mercedes 280 SE, sondern mit einem Trabi will Chefarzt Dr. Donat Romann am Tag des Mauerbaus im August 2021 nach Berlin, um ein Zeichen zu setzen. © Michael Blandowski (A)
Grenzerfahrung

Lüner Chefarzt fährt mit Trabi am Tag des Mauerbaus zum Brandenburger Tor

Auf den Spuren deutscher Geschichte ist Chefarzt Dr. Donat Romann anlässlich des Mauerbaus vor 60 Jahren unterwegs. Mit Ost-Trabi 601 und West-Käfer geht es nach Berlin - mit Grenzerfahrung.

Das Trabi Sondermodell „Deutsche Einheit“ in den Farben Schwarz-Rot-Gold ist nicht nur eine Oldtimer-Ikone. Für Dr. Donat Romann, Chefarzt der Gynäkologie des Katholischen Klinikums Lünen/Werne, hat es eine besondere Bedeutung. Die Vergangenheit mit dem Bau der Berliner Mauer 1961 und deren Öffnung vor 32 Jahren gehört zu seiner Familiengeschichte. Die Wurzeln väterlicherseits liegen in Niederschlesien und Berlin, nach der Wende lernte er seine Frau im Osten kennen.

Weil er im Jahr des Mauerbaus 1961 geboren wurde und jetzt seinen 60. Geburtstag feierte, kam die Idee zu einer Tour durch West und Ost. Die deutsch-deutsche Geschichte soll dabei erlebbar werden. Romanns Ziel ist am 13. August das Brandenburger Tor. Schon vorher kommt es zu einem ungewöhnlichen Austausch: Am ehemaligen DDR-Grenzturm bei Bartofelde ist ein Treffen mit Turmbesitzer Freddy Willig verabredet. Begegnung und Verständigung zwischen West und Ost stehen bei der Fahrt im Vordergrund.

Tour von 1500 Kilometern

Mit kleinem Gepäck wird Donat Romann am Dienstag (10.8.) starten. Der Trabi hat nicht viel Stauraum. Zur Reisegruppe gehört sein Bruder Johannes (67), Pastor im Ruhestand aus Bochum. Er lenkt den VW Käfer Cabrio, mit dem er schon viele Kilometer durch den Osten gefahren ist. Donat Romanns Sohn Michael (16) ist dabei und Johannes Romanns Enkel Henry (16). Mit dem Mercedes W123, den einst Romanns Vater fuhr, gehören auch Ralf Knof (55) und Ted Droste (59) zur Reisegruppe.

In diesem Trabi von 1990 in Schwarz-Rot-Gold startet Dr. Donat Romann seine besondere Fahrt.
In diesem Trabi von 1990 in Schwarz-Rot-Gold startet Dr. Donat Romann seine besondere Fahrt. © Romann © Romann

Sie wird 1500 Kilometer überwiegend entlang der deutsch-deutschen Grenze zurücklegen. Schon im Januar hat Johannes Romann die Tour ausgearbeitet. Damals war nicht klar, ob die Corona-Situation den Trip überhaupt zulässt. Inzwischen hat das Hochwasser für eine Routenänderung gesorgt: Die geplante Strecke an der Lenne ist so nicht möglich.

Heißester Punkt des Kalten Krieges

Nach 300 Kilometern wird die Gruppe am ersten Tag Point Alpha, den „heißesten Punkt des Kalten Krieges“, erreichen. Die Machtblöcke von Nato und Warschauer Pakt waren hier bis 1990 präsent. Entlang der deutsch-deutschen Grenze geht es am nächsten Tag weiter mit Stationen in Ifta und dem Grenzmuseum Schifflersgrund. Auch die Grenzanlage Hötensleben wird besichtigt.

Der. 13. August ist für Berlin reserviert. Das Brandenburger Tor wird abends illuminiert. „Wir hoffen, dass wir wenigstens kurz dort halten und ein persönliches Foto machen können“, wünscht sich Johannes Romann. Die Glienicker Brücke in Potsdam sowie das Grenzmuseum Böckwitz-Zicherie gehören ins Programm. Die Gruppe will sich Zeit nehmen, die geschichtsträchtigen Orte auf sich wirken zu lassen. Es wird eine Reise in die Vergangenheit, die die Gegenwart in neuem Licht erscheinen lässt.

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Redaktion Lünen
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Magdalene Quiring-Lategahn

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