Kaum dicker als ein Pferdehaar ist der Führungs-Katheter, durch den Priv.-Doz. Dr. Matthias König, Chefarzt der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie des St.-Marien-Hospitals, die Platinspirale in ein defektes Hirngefäß setzt. © Goldstein (A)
Klinikum Lünen/Werne

Lüner Chefarzt legt Mini-Instrumente aus der Hand: Neue Zukunftspläne

Er will so lange bleiben, bis sein Nachfolger da ist: Chefarzt Priv-Doz. Dr. Matthias König verlässt das Klinikum Lünen/Werne. Er hat viele Pläne, mit Radiologie haben die aber nichts zu tun.

Früher nannte man die Radiologen Schwarz-Weiß-Seher. Sie sind in jedem Fall Mediziner mit Durchblick. Die hochmoderne Technik zeigt ihnen heute auch bunte Bilder. Die helfen Priv.-Doz. Dr. Matthias König, Chefarzt der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie am St.-Marien-Hospital, um Patienten ganz gezielt behandeln zu können. Das Krankenhaus gehört zum Verbund des Katholischen Klinikums Lünen/Werne.

Seit 14 Jahren ist der Chef-Radiologe in Lünen tätig. Ende Oktober verabschiedet er sich mit 66 Jahren in den Ruhestand. Dabei wird der Mediziner noch an der Eröffnung des neuen Interventionszentrums teilnehmen, das auch seine Handschrift trägt. Für acht Millionen Euro baut das Klinikum einen neuen Trakt mit modernster Technik für Kardiologen und Neuroradiologen. Die neuen Geräte geben auch Matthias König und seinem Team ein noch genaueres Bild. Das ist wichtig für die Mediziner, die anderthalb Millimeter kleine Gefäßstützen einsetzen oder mit feinsten Geräten Schlaganfall-Patienten Blutgerinnsel aus verstopften Gefäßen entfernen.

Zusammenarbeit mit anderen Fachdisziplinen

Noch kann sich Matthias König gar nicht vorstellen, die Mini-Instrumente aus der Hand zu legen. Die Arbeit mache ihm nach wie vor Spaß. Radiologen seien heute viel mehr in klinische Gesamtprozesse eingebunden und arbeiteten mit anderen Fachdisziplinen im Sinne ganzheitlicher Versorgungskonzepte zusammen. Beispiel dafür ist das Interdisziplinäre Neurozentrum in Lünen. „Das gemeinsame interaktive Handeln, um die nächsten Schritte für den Pateinten zu entwickeln, war immer hervorragend“, blickt König zurück. Mit einem gute Team könne man viel erreichen.

In den 14 Jahren seines Wirken habe sich auch die Medizintechnik weiterentwickelt und durch immer feinere Produkte neue Möglichkeiten eröffnet. Die Fachabteilung mit 16 Ärzten behandelt 600 Patienten im Jahr mit Diagnostik und Intervention unter Bildkontrolle.

Chefarzt Matthias König vor einem Computertomographen, den er für seine Arbeit nutzt.
Chefarzt Matthias König vor einem Computertomographen, den er für seine Arbeit nutzt. © Quiring-Lategahn (A) © Quiring-Lategahn (A)

Mehr Zeit für die Familien

In seinem Ruhestand möchte Matthias König mehr Zeit für die Familie und die Enkelkinder haben. Nach der Covid-Phase freute er sich auf gemeinsamen Urlaub und Zeit für Hobbys. Auch im häuslichen Bereich gebe es viel zu tun.

Noch ist der 66-Jährige allerdings täglich in der Klinik, bis sein Nachfolger zum 1. November einsteigt. Ihm gibt er mit auf den Weg, den Teamspirit zu pflegen und dessen Vorteile zu nutzen. „Es gibt viele kompetente Leute, die den Laden tragen.“

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Lünen ist eine Stadt mit unterschiedlichen Facetten. Nah dran zu sein an den lokalen Themen, ist eine spannende Aufgabe. Obwohl ich schon lange in Lünen arbeite, gibt es immer noch viel zu entdecken.
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Magdalene Quiring-Lategahn

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