Wenn Kreis und Land neue Corona-Regeln herausgeben, müssen die von der Verwaltung in Lünen umgesetzt werden. © vom Hofe
Personalnot

Lüner Dezernent: Digitalisierung der Schulen hängt von einer Person ab

Die Digitalisierung der Schulen ist ohne das notwendige Personal in der Lüner Verwaltung nicht zu stemmen. Und genau hier liegt das Problem. Kurzfristig wird sich daran auch nichts ändern.

Die Lüner Verwaltung leidet unter akuter Personalnot. Das gilt besonders für die Informations-Technologie. Dies ist nach Angaben der Verwaltung insofern problematisch, da dieser Bereich nicht zuletzt für die Digitalisierung der Schulen zuständig ist.

„Wir müssen unbedingt jemanden einstellen für die Schnittstelle zwischen den Schulen und der IT.“ Das sagte Michael Kuzniarek, Bereichsleiter Personal, Organisation und IT, in der jüngsten Sitzung des Personal- und Digitalisierungs-Ausschusses.

Heikle Situation

Die Situation sei so heikel, dass die Umsetzung der Digitalisierung an den Schulen an einer Person hänge: „Wenn die geht, geht das Licht aus.“ Kuzniarek beschwor die Ausschussmitglieder, den Weg für Neueinstellungen frei zu machen.

Auf Nachfrage unserer Redaktion, teilte uns die zuständige Dezernatsleiterin, Lünens Erste Beigeordnete und Kämmerin Bettina Brennenstuhl, über die Pressestelle der Stadt am Montag (28.) mit, dass sie im Augenblick nicht genau sagen könne, wie viele Stellen der IT- beziehungsweise Digitalisierungsbereich braucht:

„Das wird im Moment erarbeitet. Es wird zum Beispiel auch geprüft, ob eigenes Personal eingestellt wird oder aber Fremdleistungen eingekauft werden.“

Personaldezernent Michael Kuzniarek weißt auf die Personalnot bei der Stadtverwaltung hin. Besonders dringend sei der Bedarf in der IT.
Personaldezernent Michael Kuzniarek weißt auf die Personalnot bei der Stadtverwaltung hin. Besonders dringend sei der Bedarf in der IT. © Frank Peterschroeder © Frank Peterschroeder

Auf die Frage unserer Redaktion, ob Michael Kuzniarek, der zurzeit im Urlaub weilt, denn bei der Aussage bleibt – „Wenn die geht, geht das Licht aus!“ – ließ Bettina Brennenstuhl mitteilen:

„Ich bin davon überzeugt, dass es für alles eine Lösung gibt. Wünschenswert ist es sicherlich, dass wir bei jeder Stelle oder mindestens der überwiegenden Anzahl an Stellen eine Vertretung haben. Das ist schlichtweg aber finanziell nicht darstellbar.“

Personelle Engpässe gibt es auch im Technischen Rathaus. Dessen Chef, Arnold Reeker, erklärte in den vergangenen Wochen in diversen Ausschüssen, dass dieser oder jener Auftrag der Politik mangels Personal nicht so schnell bearbeitet werden könne.

1.000 Verwaltungs-Mitarbeiter

Insgesamt zählt die Verwaltung rund 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dazu gehören nach Angaben von Pressesprecher Alexander Dziedeck auch die Zentrale Gebäudebewirtschaftung Lünen (ZGL), die Feuerwehr und die Beschäftigten in den Kindertages-Einrichtungen.

Auf die Fragen unserer Redaktion, wo und wie viele Stellen fehlen und wie damit im Einzelnen umgegangen wird, erklärte Bettina Brennenstuhl:

  • Sofern zusätzliche Stellen erforderlich sind, beantrage jeder Dezernent beziehungsweise Dezernentin neue Stellen für den Stellenplan.
  • Der Haushaltsplan 2022 inklusive des Stellenplans 2022 werde zurzeit aufgestellt und am 16. September 2021 in der Ratssitzung eingebracht.
  • Stand jetzt haben alle Dezernate Stellenbedarfe gemeldet.
  • Diese Stellenbedarfe würden nun aus organisatorischer und personalwirtschaftlicher Sicht gemeinsam mit den Dezernenten bewertet und fließen dann in den Stellenplan 2022 ein.
  • Grundsätzlich betont Brennenstuhl, dass „wir nicht unbedingt ein Problem mit der Gesamtzahl an Stellen haben. Uns stellen eher Personalfluktuationen und die notwendigen Wiederbesetzungen, die in der Regel schnell geschehen müssen, vor Herausforderungen.“

Auf die Fragen, wo denn die Situation besonders kritisch ist und wie die Verwaltung die Personalengpässe erklärt, antwortete Brennenstuhl:

  • „Kritisch“ seien Situationen immer dann, wenn Krankheitsausfälle länger als üblich oder gehäuft auftreten. „Auch Personalfluktuationen anderer Art und Weise stellen uns vor Herausforderungen.“
  • Dann müsse versucht werden, kurzfristig gegenzusteuern. Zurzeit führe insbesondere die zusätzliche Arbeitsbelastung durch die Corona-Pandemie zu personellen Herausforderungen.

Und so will die Lüner Verwaltung nach Angaben der zuständigen Dezernatsleiterin Bettina Brennenstuhl das Personalproblem lösen:

  • Wenn eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter die Stadtverwaltung verlassen hat, sollen Stellen schnellstmöglich wiederbesetzt werden.
  • Für Krankheitsausfälle würden kurzfristige und temporäre Lösungen gesucht und in der Regel gefunden. Die Vertretung müsse aber auch noch eingearbeitet werden.
Über den Autor
Redaktion Lünen
Jahrgang 1968, in Dortmund geboren, Diplom-Ökonom. Seit 1997 für Lensing Media unterwegs. Er mag es, den Dingen auf den Grund zu gehen.
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Torsten Storks

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