Lüner Ehepaar hat Ärger mit Vodafone: Nach Anruf einfach Geld vom Konto abgebucht

mlzVerbraucherärger

Ein Anruf bescherte dem Lüner Ehepaar Kunze (Name geändert) Ärger und Kosten. Der Anrufer war ein angeblicher Mitarbeiter von Vodafone und wollte den Lünern einen neuen Vertrag andrehen.

Lünen, Selm, Werne

, 12.08.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fast 100 Anfragen von Verbrauchern, denen neue Verträge aufgeschwatzt worden waren, registrierten die Mitarbeiter der Verbraucherberatung in den letzten Tagen. Einige hatten schon Bestätigungsschreiben bekommen, dass sie in einen anderen Vertrag gewechselt seien.

Andere bekamen einen neuen Receiver zugeschickt, ohne dass sie ihn wollten. Verärgert und verunsichert wandten sie sich an Jutta Gülzow und ihr Team von der Verbraucherberatung Lünen.

Neuer Vertrag ist teurer als der bisherige

„Alles begann mit einem Anruf, nachdem Vodafone Unitymedia übernommen hat“, so die Leiterin der Lüner Verbraucherberatung. Wer versehentlich am Telefon „Ja“ sagte, bekam ungewollt einen neuen Vertrag, der mehr Kosten verursacht als der bisherige.

Dabei behalten die Verträge auch nach der Übernahme von Unitymedia ihre Gültigkeit. Kein Kunde muss wechseln.

Daten der Kunden weitergegeben

Woher die Anrufer, die derzeit mit Kunden von Unitymedia telefonieren, deren Daten haben, kann nur vermutet werden. „Klar ist, dass Vodafone Unitymedia übernommen hat. Vermutlich sind die Daten auf diesem Weg zu den Anrufern gelangt“, so Angret Westermann von der Lüner Verbraucherberatung.

Schon vor kurzem hatte die Verbraucherberatung vor dubiosen Anrufen in diesem Zusammenhang gewarnt. Denn diese wollen aus der Übernahme ein lukratives Geschäft machen.
Zum Glück hatte das auch das Lüner Ehepaar Kunze gelesen und sich deshalb an die Verbraucherberatung gewandt. Denn die beiden bekamen einen Anruf mit der Information, dass Vodafone nun Unitymedia übernommen habe und sie deshalb einen neuen Vertrag abschließen müssten.

Das ist, so Angret Westermann, eine fiese Finte. „Für Vertragskunden ändert sich erstmal nichts.“ Das jedoch gaukeln die Anrufer den Gesprächspartnern vor und wollen die Kunden so überreden, einen neuen Vertrag abzuschließen.

Statt Informationen zu schicken, Geld abgehoben

Das wollten die Kunzes aber nicht, ließen sich lediglich darauf ein, sich Informationen schriftlich zusenden zu lassen. Diese Informationen kamen aber nicht. Stattdessen wurde vom Konto des Ehepaares Geld abgebucht. Ohne Ankündigung. Die Kunzes merkten es, als sie sich ihre Kontoauszüge genauer ansahen.

Dafür war dann ein neuer Receiver in der Post des Paares. Den die beiden Lüner umgehend an Vodafone zurück schickten, weil sie weder einen neuen Vertrag noch einen neuen Receiver wollten.

Widerspruch kam angeblich zu spät

Danach wandten sich die Kunzes schriftlich an Vodafone, um klar zu machen, dass sie am Telefon definitiv keinem neuen Vertrag zugestimmt hätten.

Die Antwort kam ebenfalls schriftlich: Laut Vodafone sei der Widerspruch gegen den Vertragsabschluss zu spät eingetroffen und werde deshalb nicht anerkannt.

Das Lüner Ehepaar könne erst zum Vertragsende kündigen, sollte nun also noch ein Jahr lang für den neuen Vertrag zahlen.

Mit sofortiger Wirkung den Vertrag storniert

Daraufhin schalteten die Kunzes die Lüner Verbraucherberatung ein. „Wir haben dann Kontakt mit Vodafone aufgenommen. Daraufhin hat die Firma den angeblich geschlossenen Vertrag mit sofortiger Wirkung storniert“, so Angret Westermann.

Nach ihren Erfahrungen helfe es bei solchen Vorfällen, wenn die Betroffenen zur Verbraucherberatung kommen und die Berater dann mit dem Anbieter sprechen. Oft, so Angret Westermann, würden die Verträge dann storniert, aber mit der Bemerkung, dies sei eine Ausnahme.

Das war beim Ehepaar Kunze nicht der Fall. Hier wurde auch ohne Anmerkung „ausnahmsweise“ der neue Vertrag, den das Paar nicht wollte, storniert.

Die Verbraucherberatung bietet Rat und Hilfe in der Beratungsstelle, Kirchstr. 12, Tel. (02306) 3013801. Öffnungszeiten: Montag 9 bis 13 Uhr, 13.30 bis 17 Uhr, Mittwoch: 9 bis 13 Uhr, 14 bis 18 Uhr, Donnerstag 9 bis 13 Uhr, 13.30 bis 17 Uhr und Freitag 9 bis 13 Uhr.
Lesen Sie jetzt
Münsterland Zeitung Straßenausbaugebühren

Ausschuss stimmt für Bürgerbeteiligung beim Straßenbau - und hält sich Hintertürchen offen