Ein "Graphic Recording" hielt die Eindrücke des Lüner Klimatages künstlerisch fest. © Julia Both von 123comics
Klimapolitik

Lüner fordern Klimaneutralität bis 2035: Der Weg dorthin bleibt offen

Klimaschutz wird auch in Lünen hitzig diskutiert. Nun fordern Bürgerinnen und Bürger, dass die Stadt Lünen sich höhere Ziele für Klimaschutz setzt. Konkrete Maßnahmen werden kaum genannt.

Seit 2019 geht Fridays for Future auch in Lünen auf die Straße. Gemeinsam mit der Lüner Initiative gegen globale Armut (Liga) fordert die Klimabewegung nun von der Stadt Lünen, bis 2035 die sogenannte Klimaneutralität zu erreichen. Zuvor hatten beide Gruppen einen virtuellen Klimatag organisiert.

Mit mehr als 80 Teilnehmern war das Interesse der Bürgerinnen und Bürger am Klimatag groß. Von einem generationsübergreifenden Dialog konnte jedoch nicht die Rede sein: Mit dabei waren vor allem Interessierte der Liga und einige wenige Vertreterinnen und Vertreter von Fridays for Future Lünen. Entsprechend überrascht war Mitorganisatorin Teresa Kleine-Frauns: „Gerade von Schülerinnen und Schülern, die ein Video für den Klimatag gedreht hatten, habe ich mehr Anmeldungen erwartet.“ Warum nur wenige junge Menschen an dem Onlineevent teilnahmen, ist ihr nicht bekannt.

Außerdem seien viele Politikerinnen und Politiker aus den Lüner Parteien nicht dabei gewesen. Einzige Ausnahme: die Partei Bündnis 90/ Die Grünen. Eine persönliche Einladung hätten alle Fraktionsmitglieder erhalten, so Teresa Kleine-Frauns. Unzufrieden war sie mit der Veranstaltung unterm Strich jedoch nicht:

„Es ist uns gelungen, den einen oder anderen zu erreichen, der normalerweise nicht dabei gewesen wäre.“

Klimapolitische Forderungen bleiben abstrakt

Aktuell liegt der Stadt ein Antrag der Liga und Fridays for Future Lünen vor. Darin wird „eine Lüner Gesamtstrategie zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit“ gefordert, erklärt Gabriele Schiek von der Liga. „Lünen muss die Energiewende vollziehen und seinen Beitrag zu Klimaneutralität leisten.“

Teresa Kleine-Frauns betont: „Wir fordern einen Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern, bevor ein Klimaschutzkonzept beschlossen wird.“ Dieses habe es bisher noch nicht gegeben.

Ein Blick in den Bürgerantrag zeigt allerdings, dass auf diese Forderungen wenige konkrete Maßnahmen folgen. Die Vorschläge beinhalten unter anderem mehr Personalkapazitäten und höhere Investitionen in erneuerbare Energien, bleiben ansonsten aber eher vage.

Mit dem Online-Klimatag haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer laut Teresa Kleine-Frauns eine gute Materialgrundlage geschaffen, um weiterzuarbeiten und Strategien zu überlegen: „Das war erst der Anfang, Klimapolitik nach Lünen zu holen“, verkündet sie. Konkrete Pläne, wie es jetzt weitergeht, gäbe es jedoch noch nicht. Zunächst werde man abwarten, wie der Ausschuss über den Bürgerantrag entscheidet.

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