Lüner Fridays- For-Future-Aktivisten kommen zurück auf die Straße

mlzDemonstration

Ohne Kundgebung und Sprechchöre, dafür mit Maske und Abstand soll es am 19. Juni den ersten Straßenprotest der Klimaaktivisten seit Ausbruch der Corona-Pandemie geben. Anmeldung erwünscht.

Lünen

, 15.06.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wochenlang haben sich die Klimaaktivisten von Zuhause aus für das Klima stark gemacht. Es gab einen Fensterstreik, bei dem Plakate aus Fenstern gehangen wurden, außerdem beschäftigte sich das Organisations-Team mittels zahlreicher Online-Konferenzen damit, lokale Forderungen zu formulieren, die demnächst veröffentlicht werden.

Demonstration als stiller Protest

Unter dem Motto „Krise bleibt Krise“ wollen sie jetzt aber auch nach Wochen der Corona-Pause zurück auf die Straße: Am kommenden Freitag (19. Juni) heißt es ab 12 Uhr auf der Lippebrücke wieder „Fridays for Future“. „Man sieht, dass die Infektionszahlen deutlich zurück gegangen sind und es gibt ja auch andere Proteste wie die Meditation für das Grundgesetz inklusive der Gegen-Demo oder die Black-Lives-Matter-Demos. Ich glaube wir können guten Gewissens wieder demonstrieren“, sagt Mitorganisatorin Ruth Kirschbaum. „Mit Maske und mindestens 1,5 Meter Abstand rufen wir zu einem stillen Protest auf“, so die 16-Jährige stellvertretend für das neun-köpfige Organisations-Team. Um das Risiko möglichst gering zu halten, soll es einen Protest ohne Sprechchöre und Redebeiträge geben; denn Rufe steigerten das Übertragungsrisiko. Jeder, der teilnehmen möchte habe vorher die Möglichkeit sich über WhatsApp, Instagram (@fridaysforfuture_luenen), Facebook oder per Email (luenen_fridaysforfuture@outlook.de) anzumelden. Jeder Angemeldete bekommt einen Klimafakt zugeschickt, den er während des Protestes auf einem Plakat präsentieren kann.

Pandemien können nicht das Klima retten

„Die Klimafakten, die wir zeigen werden basieren auf wissenschaftlichen Ergebnissen und zeigen zum Beispiel, dass die Klimakrise menschenverursacht ist“, erklärt Ruth Kirschbaum. „Wir wollen zeigen, dass auch wenn die Corona-Krise in letzter Zeit dringender erschien, die Klimakrise ja trotzdem bleibt. Krise bleibt Krise eben.“ Die Corona-Krise ihrerseits habe gezeigt, dass man in einer Krise der Wissenschaft vertrauen könne.

Wichtig sei der Gruppe aber, klar zu machen, dass es nicht darum geht, zu sagen ‚die Corona-Krise war gut für das Klima‘. „Dafür hat sie viel zu viel Schlechtes mit sich gebracht“, sagt Ruth Kirschbaum. „Klar muss sein: Pandemien können nicht das Klima retten.“

Vielmehr besteht die Kernforderung der Fridays-for-Future-Demonstranten darin, dass das Wieder-Hochfahren nachhaltig gestaltet werden soll. „Es ist richtig und wichtig, dass im Moment viel Geld verteilt wird“, erklärt Ruth Kirschbaum, „aber wir fordern eine nachhaltige Veränderung des Konjunkturpaketes. Firmen sollen Geld bekommen, wenn sie nachhaltig handeln. Darin sehen wir eine große Chance.“

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