Im Justizzentrum in Bochum muss sich ein Ehepaar aus Lünen wegen Schwarzlöhnen in Millionenhöhe verantworten. © Werner von Braunschweig
Landgericht Bochum

Lüner im Schwarzarbeit-Prozess mitangeklagt: Masche mit Scheinrechnungen

Im Prozess um Steuerhinterziehung und einen Millionenschaden gegen ein Lüner Ehepaar hat ein Zollbeamter die Betrugsmasche erklärt. Schwarzgeld lasse sich im Prinzip auf Rechnung einkaufen.

Im Schwarzlohnprozess gegen ein Ehepaar aus Lünen und einen mitangeklagten Ex-Bauunternehmer hat am Donnerstag ein Zollbeamter erklärt, wie das Verfahren 2017 in Gang gesetzt worden ist. „Der Hinweis kam von den Kollegen aus Krefeld“, erinnerte sich der Zeuge vor der 6. Wirtschaftsstrafkammer.

In Krefeld, so der Zeuge, sei damals nämlich eine Tätergruppe aufgeflogen, die sich darauf spezialisiert hatte, Scheinrechnungen an Unternehmen verkauft zu haben, damit diese damit Schwarzlohnzahlungen verschleiern können. Und dabei sei auch die Wittener Baufirma des Mitangeklagten als einer der Rechnungskäufer aufgetaucht.

Luftrechnungen und Scheinfirmen

Das System mit den Scheinrechnungen funktioniere so: Will eine Firma Schwarzlöhne in der Buchhaltung verstecken, kauft sie sich Scheinrechnungen und tut damit nach außen so, als würde sie sich den Auftrag mit anderen Firmen teilen. In Wahrheit ist das allerdings eine reine Luftrechnung. Das auf die Rechnung bezahlte Geld fließt später von der Scheinfirma abzüglich einer Provision in bar („Kickbackzahlung“) zurück.

Die beiden Angeklagten aus Lünen sollen gemeinsam mit dem Ex-Chef einer Wittener Baufirma von 2014 bis 2017 ein solches illegales Schwarzlohn-System mit einem Schaden in Höhe von 3,1 Millionen Euro eingerichtet haben. Bislang hat sich noch kein Angeklagter zu den Vorwürfen geäußert.

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