Lüner Musikerin bringt Lied in London heraus: „Ich hatte wirklich Glück“

mlzMatilda Eyre

Mit ihrem neuen Lied „Water“ startet die in London lebende Musikerin Lisa Schumann durch. Gefeilt hat sie daran in Lünen. In ihrer Heimatstadt war die 29-Jährige während des Lockdowns.

Nordlünen

, 23.07.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Unter ihrem Künstlernamen „Matilda Eyre“ macht die Lüner Musikerin Lisa Schumann in London von sich reden. Kurz bevor die Corona-Krise das öffentliche Leben lahmlegte, konnte sie mit Robin Perkes, dem englischen Produzenten PALMR, ihr neues Lied „Water“ aufnehmen. „Da hatte ich wirklich Glück“, sagt sie. Den Rest habe sie dann über die Distanz aus Lünen regeln können.

In ihrem Elternhaus in Nordlünen lebte sie drei Monate während der Corona-Krise.

Musiziert hat die 29-Jährige weiterhin und dafür eigens das heimische Klavier stimmen lassen. „Water“ ist ein Lied, das davon handelt, sich auf seine eigenen Stärken zu besinnen. Es geht um Ballast abwerfen und darum, Kraft für neue Ziele zu gewinnen. Lisa Schumann hat es selbst geschrieben und arrangiert. Durch die Zusammenarbeit mit Robin Pearkes sei es eher elektronisch geworden, berichtet sie. Inzwischen ist „Water“ im Netz und bei verschiedenen englischen Radiosendern veröffentlicht worden.


Künstlerakte im Stadtarchiv

Lisa Schumann gilt als musikalische Botschafterin ihrer Heimatstadt. Im Herbst bekam sie Post vom Lüner Stadtarchiv. Man wolle sie in eine Künstlerakte aufnehmen. Davon gibt es zurzeit im Archiv 300, wie die Stadt auf Anfrage mitteilte. Enthalten ist in der Akte auch ein kurzes Interview. „Ich habe mich sehr darüber gefreut, von der Stadt Lünen anerkannt zur werden“, sagt Lisa Schumann im Telefongespräch mit der Redaktion. Lünen hat die Musikerin geprägt, die Verbindung ist auch nach acht Jahren London noch eng.

Bühnenerfahrung am „Stein“

Lisa Schumann machte Abitur am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium und hat dort erste Bühnen-Erfahrungen gesammelt. „Ich wäre nicht auf dem Weg, wenn ich das nicht hätte ausprobieren können“, blickt sie zurück. Ihre Großmutter war es, die sie früh zu Klavier-, Gesangs- und Chorunterricht an der Musikschule ermuntert hatte. Lisa Schumann begann ein Jura-Studium, ging dann aber nach London, um ihren Traum zu leben. In Musik und Produktion machte sie dort ihren Bachelor.

Die Corona-Krise führte die Künstlerin zurück nach Lünen. Alle Auftritte waren abgesagt, alle gebuchten Shows weggebrochen. „Das hat hart reingehauen.“ Finanziell habe sie sich mit Web-Design über Wasser gehalten. In Nordlünen richtete sich die Musikerin in einem Wohnwagen ein kleines Aufnahmestudio ein. In den drei Monaten lebte sie in Lünen ganz zurückgezogen und schrieb 20 Lieder.

Auf Youtube pflegte sie ihren Blog „100 days of music“ und stellte täglich ein Lied und ein Video ein. Über Zoom hatte sie mit anderen Musikern Kontakt.

Jetzt ist sie wieder in London. „Water“ ist veröffentlicht und das nächste Projekt schon in Arbeit: Es ist ein Kleinformat mit drei Liedern.

Matilda Eyre bei einem Auftritt auf Einladung des Europäischen Parlamentes.

Matilda Eyre bei einem Auftritt auf Einladung des Europäischen Parlamentes. © Norian Schneider

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