Lüner Politiker ist Deutschlands einziger Beauftragter für Schausteller

Interessante Aufgabe für Rainer Schmeltzer

Das gibt es derzeit bundesweit nur einmal – den Beauftragten einer Landtagsfraktion für Schausteller. Diese Aufgabe hat der Landtagsabgeordnete Rainer Schmeltzer übernommen, der für die SPD im Düsseldorfer Landtag sitzt und den Wahlkreis Lünen, Selm, Werne vertritt. Mit welchen Themen er sich beschäftigt, hat er im Interview verraten.

Lünen

, 04.02.2018, 09:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Rainer Schmeltzer (l.) mit Patrick Arens vom Dortmunder Schaustellerverein „Rote Erde“ bei einer Lüner Kirmes.

Rainer Schmeltzer (l.) mit Patrick Arens vom Dortmunder Schaustellerverein „Rote Erde“ bei einer Lüner Kirmes. © Foto: Beuckelmann

Rainer Schmeltzer (57) kümmert sich schon seit Jahren um die Belange der Schausteller, hat auch entsprechende Kontakte. Als stellvertretender Fraktionsvorsitzender im NRW-Landtag war er für Wirtschaft und Infrastrukturpolitik zuständig und hatte deshalb auch mit dem Thema Schausteller zu tun. Nun ist er Beauftragter für Schausteller der SPD-Landtagsfraktion NRW. Eine Aufgabe, die es, so Schmeltzer, in keiner anderen Fraktion in deutschen Landtagen gibt. Unterstützt wird er bei dem Thema von seinen beiden Fraktionskolleginnen Carina Gödecke aus Bochum und Nadja Lüders aus Dortmund. Er könne sich aber auch die Zusammenarbeit mit anderen Fraktionen bei bestimmten Themen gut vorstellen.

Fliegende Bauten und die EU-Richtlinien


Probleme wie bürokratische Hürden für die sogenannten „fliegenden Bauten“ durch EU-Richtlinien sind ihm nicht fremd. Auch zahlen Schausteller grundsätzlich mehr für Strom als private Haushalte und auch als das feste Gewerbe, also Vergnügungsparks. Außerdem brauchen Schausteller eine Streckengenehmigung, wenn sie ihre Fahrgeschäfte auf die Kirmesplätze in den Innenstädten bringen wollen. Wird der Antrag sehr spät von den Behörden bearbeitet, gibt es Probleme. Manche Städte versuchen auch die Kosten für Sicherheitsmaßnahmen gegen Terror auf die Schausteller abzuwälzen. „Wenn wir Vergnügen in unseren Innenstädten mit einer Kirmes haben wollen, dürfen die Schausteller nicht willkürlich zu immensen Kosten herangezogen werden“, sagt Schmeltzer.

Ihm gehe es um die Gleichstellung mit dem festen Gewerbe, nicht um Sonderregelungen für Schausteller.

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Umweltzonen sind Problem


Auch die Umweltzonen in größeren Städten bereiten den Besitzern von Fahrgeschäften Sorgen. Denn ihre älteren großen Transportfahrzeugen dürften eigentlich nicht mehr in die Innenstädte fahren. Aber gerade dort finden Kirmes, Jahr- oder Freimarkt statt. Auch dieses Thema will Schmeltzer politisch aufgreifen.

Er selbst besucht zwar gerne die Kirmes, ist aber kein Fan der Fahrgeschäfte. „Mir reicht es, wenn ich Grillschinken essen und das ganze Treiben beobachten kann. Aber bei meiner Frau kann es nur höher, schneller, weiter heißen. Sie liebt es, Karussells und Achterbahnen zu fahren.“

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