Die Zahl der im Kreis Unna geimpften Personen nähert sich der 20.000er-Marke. © dpa
Coronavirus

Lüner Rettungskräfte sind geimpft: Weiterer Impfstoff in Unna im Einsatz

Sobald Impfdosen in Seniorenheimen übrig waren, kam der Rettungsdienst zum Zuge. Das Impfzentrum Unna hat neben Stoff von Biontech/Pfizer nun auch den von AstraZeneca - und neue Möglichkeiten.

Der Anruf konnte so plötzlich kommen wie ein Einsatz. Sobald Impfteams in einer Senioreneinrichtung feststellten, dass noch Corona-Impfdosen übrig waren, klingelte beim Lüner Rettungsdienst das Telefon. Mitarbeiter, die um das Leben von Patienten kämpfen und dabei einem hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind, sind vom Bundesgesundheitsministerium in die Kategorie „höchste Priorität“ eingestuft worden. Für sie ist der Impfstoff bestimmt, der in Heimen nicht mehr gebraucht wird und nicht lange gelagert werden kann. „Ad hoc wurden genau so viel Einsatzkräfte dorthin geschickt, wie Dosen übrig waren“, erklärt Benedikt Spangardt, Pressesprecher der Stadt Lünen und damit auch der Feuerwehr, das Verfahren.

Impfungen in Heimen fast abgeschlossen

Inzwischen sind in den Lüner Senioreneinrichtungen die Impfungen weitgehend abgeschlossen, wie Dr. Arne Krüger, Vorsitzender des Lüner Ärztevereins, weiß. Auch alle 93 Rettungskräfte, die sich impfen lassen wollten, habe ihre Dosis bekommen. Insgesamt sind bei der Lüner Feuerwehr und dem DRK-Kreisverband Lünen 139 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rettungsdienst beschäftigt.

13 von ihnen konnten jetzt im Impfzentrum Unna geimpft werden. Dort ist aktuell neben dem Impfstoff von Biontech/Pfizer auch der von AstraZeneca eingetroffen. Was neue Möglichkeiten eröffnet. Denn somit konnten alle Rettungskräfte im Kreis Unna, die es wollten, auch geimpft werden.

Impfung für ambulante Pflegedienste

Außerdem werden in Unna jetzt vorrangig Beschäftigte von ambulanten Pflegediensten mit Impfstoff von AstraZeneca geimpft. Er kann laut Empfehlung der Ständigen Impfkommission Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren verabreicht werden. 2850 Dosen hat der Kreis Unna bekommen, eine Zweitimpfung erfolge neun Wochen nach der Erstimpfung in Unna.

Keine Reaktion auf Brief aus Lünen

Seit dem 8. Februar werden alle Über-80-Jährigen, die nicht im Heim leben, im Impfzentrum Unna geimpft. Dass vielen, die nicht mobil sind, der weite Weg nach Unna nicht zuzumuten ist, hatte Arne Krüger als Vertreter der Hausärzte in einem gemeinsamen Schreiben mit der Stadtverwaltung Lünen an NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann kritisiert. Darin plädieren sie für Impfmöglichkeiten in Lünen. Die Hausärzte sind bereit, dabei mitzuwirken. Auf diesen Brief habe es bis heute keine Reaktion gegeben, wie Krüger auf Nachfrage der Redaktion berichtet.

Es gebe auch keine konkrete Strategie, welche Gruppen jetzt bei mehr Impfstoff als nächste parallel geimpft werden könnten. „Uns rennt die Zeit weg“, sagt Krüger. Würde das nicht schnell gelöst, bekomme man keine Geschwindigkeit in das Thema Impfen.

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Redaktion Lünen
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Magdalene Quiring-Lategahn

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