So könnte für viele Lüner Kinder ab Montag die Schule aussehen, wenn die Technik denn funktioniert. © dpa
Neuer harter Lockdown

Lüner Schulen im Lockdown: Leere Klassen und überlastete Lernplattformen

Ab der achten Klasse in Distanz und darunter zum Teil freiwillig zu Hause oder in der Schule: Mit diesen Vorgaben sind die Schulen in den Montag gestartet. So war der erste Tag im Lockdown in Lünen.

Für Schüler in NRW ist am Montag (14. Dezember) der Unterricht unter den neuen Regeln des harten Lockdown losgegangen. Ab der achten Klasse müssen die Schüler im Distanzlernen unterrichtet werden. In der Grundschule und von den Klassen fünf bis sieben hatten die Eltern die Wahl, ob sie ihre Kinder zu Hause lassen oder zum Präsenzunterricht in die Schule schicken. Ministerpräsident Armin Laschet hatte die Eltern in einer Pressekonferenz aufgefordert, die Kinder – wenn möglich – zu Hause zu behalten.

Reinhold Bauhus, Schulleiter an der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in Lünen, hat sich immer wieder gegen den Präsenzunterricht oder eine komplette Schließung ausgesprochen. Er wäre gerne bei dem rollierenden System geblieben, das die Schule einige Zeit gefahren ist. „Wir haben heute alles dabei, Klassen von null bis 25 Schüler“, sagte er am Montag. Schon nach dem ersten Tag würden sich technische Probleme abzeichnen: „Es klappt insofern nicht, dass die Lernplattformen zusammenbrechen.“ Trotzdem wüssten sich die Lehrer zu helfen und könnten zu allen Schülern Kontakt halten.

Reiner Hohl zieht am Gymnasium Altlünen nach den ersten Stunden eine vorsichtig positive Bilanz: „Mir sind keine gröberen Dinge bekannt, die schief gegangen sind.“ Man könne zwar nicht ausschließen, dass Fehler passieren, aber kleinere Pannen gäbe es mit der Technik immer wieder. Er schätzt, dass etwas mehr als die Hälfte der Schüler anwesend sind.

Lernprogramme an Kapazitätsgrenze

Auch am FSG ist am Montag in den unteren Stufen rund die Hälfte der Schüler anwesend. Der stellvertretende Schulleiter Wilhelm Böhm: „Wir schauen jetzt noch, wer in den Klassen fünf bis sieben Übermittagsbetreuung braucht, und machen daran unser Angebot für den Rest der Woche fest. Bei der Plattform IServ, die die Schule benutzt, hat es laut Hersteller zwar eine Verbesserung der Kapazität gegeben, aber dennoch gibt es Probleme: „Ich habe heute schon gesehen, dass die Kapazität bei 130 Prozent Auslastung sei“, so Böhm am Montag. Die Planung sei am Wochenende auf Hochtouren gelaufen, da die Mail des Ministeriums für die Schulen mal wieder an einem Freitag gekommen war: „Natürlich wäre es wünschenswert, wenn man früher Bescheid bekommen würde.“

An der Elisabeth-Grundschule läuft für Schulleiter Marcus Seck alles gut. „Wir haben eine Quote von ungefähr 50 Prozent der Schüler, die anwesend sind.“ Die Kinder, die von zu Hause lernen, sind längst versorgt: „Die haben ihre Aufgaben schon vorher bekommen. Das wurde alles in den Klassen über die Klassenlehrer geregelt. Einige Materialien würden noch von Eltern abgeholt, aber das sei kein Problem.“

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Jahrgang 2000. Ist in Bergkamen aufgewachsen und nach Dortmund gekommen, um die große, weite Welt zu sehen. Überzeugte Europäerin mit einem Faible für Barockmusik, Politik und spannende Geschichten
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Nora Varga

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