Lüner Stadtrat arbeitet jetzt größtenteils mit iPads

Verzicht auf Papier

2014 gab es einen erfolgreichen Testlauf, seit der Dezember-Sitzung 2016 ist es Standard: Der Lüner Stadtrat arbeitet papierlos – zumindest so gut wie. Denn einige Ratsmitglieder wollen kein iPad. Welche Bilanz die Stadt nach der ersten digitalen Sitzung zieht - und wie sie mit der teuren Maßnahme sogar Geld sparen will.

LÜNEN

, 24.01.2017, 06:15 Uhr / Lesedauer: 1 min
Lüner Stadtrat arbeitet jetzt größtenteils mit iPads

Wer genau hinguckt wird sehen: Fast alle Ratsmitglieder nutzen in den Sitzungen mittlerweile iPads. Die Sitzung am 13. Dezember vergangenen Jahres, bei der dieses Bild entstanden ist, war die erste, bei der die Unterlagen nur noch digital vorhanden waren – außer die Haushaltspapiere.

Wie Matthias Bork, Schriftführer des Rats, auf Anfrage erklärte, nutzten 50 der 54 Ratsmitglieder mittlerweile ein iPad, auf dem die aktuellen Sitzungsunterlagen abrufbar sind – der Bürgermeister, ebenfalls Mitglied des Rates, auch. „Vier wollten wirklich nicht teilnehmen“, erklärte Bork, „die konnten wir bisher nicht überzeugen.“

Der Test 2014 habe ergeben, dass die Nutzung des Tablet-PCs nach einer Eingewöhnungsphase für alle 20 Probe-Teilnehmer eine Erleichterung gewesen sei. Über die App iRich (ein Programm für Tablet-PCs und Smartphones) haben die Ratsmitglieder so Zugang zu den aktuellen Ratsunterlagen – und zum kompletten Archiv. Über eine indizierte Suche können vergangene Unterlagen abgerufen werden.

Weniger Druckkosten

Um auch im Ratssaal eventuelle Aktualisierungen herunterladen zu können, ist laut Bork ein W-Lan-Netz eingerichtet worden. Der Begriff „Tischvorlage“ sei demnächst also, zumindest für die 50 iPad-Nutzer, zumindest im Wortlaut falsch.

Nach einer kurzen Übergangsphase war die Dezember-Sitzung die erste, die komplett über das iPad lief – bis auf die vier, die nicht mitmachen wollen, und bis auf den Haushalt. Auch diese Unterlagen soll es künftig aber nur noch digital geben.

Private Nutzung erlaubt

Den Umstieg auf den größtenteils papierlosen Rat hat die Stadt nach Angaben von Matthias Bork rund 30.000 Euro gekostet. Weil die Unterlagen jedoch jetzt nicht mehr in dem Ausmaß gedruckt und per Post verschickt werden müssen, geht die Stadt auch von Einsparungen aus. Wie viel gespart werden kann, steht laut Bork aber noch nicht fest.

Die Ratsmitglieder dürfen die Geräte übrigens auch mit nach Hause nehmen und privat nutzen. Das jedoch mache nur begrenzt Sinn, meint Bork. Denn mit Betriebssystem und Programmen sei der Speicher schon zu großen Teilen aufgebraucht.

Damit der Batterie während einer oft mehrstündigen Sitzung nicht die Puste ausgeht, hat die Stadt externe Akkus parat. Die kamen bisher allerdings noch nicht zum Einsatz.

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