Beim Parken im Kaufland in der Mersch beschädigte der Angeklagte ein fremdes Auto. © Goldstein (A)
Prozess

Lüner täuscht Unfallschaden vor, doch die Polizei glaubt ihm nicht

Nach einem Blechschaden beim Parken geriet ein Lüner offenbar so in Panik, dass er sich eine schräge Geschichte für die Polizei ausdachte. Doch die Beamten wurden misstrauisch.

Ein Missgeschick beim Parken versetzte einen Lüner offenbar derart in Panik, dass er das Weite suchte. Dem nicht genug: Der Polizei präsentierte er sich als Geschädigter. Die Reue setzte erst später ein. Zu spät. Und das hatte Folgen.

In der Kaufland-Tiefgarage stieß der 30-Jährige am 30. Juli mit seinem Auto gegen ein anderes Fahrzeug, verursachte knapp 1700 Euro Fremdschaden und fuhr davon. Danach rief er bei der Polizei an und erklärte, Opfer einer Unfallflucht geworden zu sein. Beamten fuhren daraufhin zu seiner Adresse und begutachteten seinen Wagen.

Schlechtes Gewissen ließ ihm keine Ruhe

Sie wurden misstrauisch und belehrten ihn als Beschuldigten, der im Verdacht stehe, selbst eine Unfallflucht begangen und darüber hinaus eine Straftat vorgetäuscht zu haben. Nun zog er es vor zu schweigen. Das schlechte Gewissen ließ ihm aber offenbar keine Ruhe. Am nächsten Tag wurde er auf der Wache vorstellig und sagte nun die Wahrheit. Auch suchte er den Besitzer des fremden Wagens auf und bat den um Entschuldigung.

Vor den Konsequenzen konnte ihn das allerdings nicht mehr bewahren. Sein Führerschein wurde kurz einkassiert und er erhielt er einen Strafbefehl wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort: 1050 Euro Geldstrafe, sechs Monate Sperrfrist zur Erteilung einer Fahrerlaubnis und ein kurzes Fahrverbot. In der Hoffnung, Sperrfrist und Fahrverbot zu entgehen, legte er Einspruch ein.

Stressm Sorgen und Zeitdruck

Nun wurde sein Fall vor dem Amtsgericht verhandelt und der Lüner beteuerte sofort: „Ich möchte mich erstmal entschuldigen. Ich kann mir bis heute nicht erklären, warum ich so gehandelt habe.“ Tatsächlich habe er damals viel Stress, Sorgen und Zeitdruck wegen eines kranken, pflegebedürftigen Familienmitglieds gehabt. „Ich hatte nur Panik und wollte weg.“

Als er wieder klar habe denken können, habe er die Sache sofort klargestellt. Und das hätte er auch ohne den Verdacht der Polizeibeamten getan. Auch betonte er quasi im selben Atemzug, dass er sich doch noch nie etwas habe zu Schulden kommen lassen und dass er schon alleine wegen seiner familiären Situation dringend auf den Führerschein angewiesen sei. „Es tut mir unendlich leid. So etwas passiert nie wieder.“

Die Richterin nahm ihn beim Wort, wertete das leere Strafregister und die absolute Ausnahmesituation zu seinen Gunsten. Der geläuterte Lüner wurde zu 750 Euro Geldstrafe verurteilt. Auf die Verhängung einer Sperrfrist wurde verzichtet. Allerdings blieb es bei einem Monat Fahrverbot. In der Urteilsbegründung redete die Richterin außerdem Tacheles und bezeichnete das direkte Nachtatverhalten des 30-Jährigen als „starkes Stück“. Und: „Das ging einfach zu weit.“

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