Lüner Tafel bleibt vorerst geschlossen: Nachdenken über Alternativen

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Die Ausgabestelle der Unnaer Tafel in Lünen-Gahmen bleibt vorerst weiter geschlossen. Zumindest den ganzen November lang. Für die Zeit vor Weihnachten wird über Alternativen nachgedacht.

Gahmen

, 17.11.2020, 15:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist keine einfache Zeit, auch nicht für Ulrike Trümper, die ehrenamtliche Leiterin der Unnaer Tafel. Schweren Herzens traf sie zusammen mit den Ehrenamtlichen aus Lünen die Entscheidung, dass die Ausgabestelle Lünen am Lindeneck in Gahmen zumindest den ganzen November weiter geschlossen bleibt.

Denn die Ehrenamtlichen, die sonst jeden Donnerstag die Waren an die vielen Tafel-Kunden abgeben, haben Angst um ihre eigene Gesundheit. „Sie sind meistens zwischen 70 und 80 Jahren alt, gehören also zur Risikogruppe“, so Ulrike Trümper.

Die Helfer haben Bedenken und Ängste, sich angesichts der hohen Infektionszahlen in Lünen bei der Ausgabe anzustecken. Denn eine risikofreie Ausgabe mit viel Abstand sei in Gahmen leider nicht möglich.

Ulrike Trümper überlässt es den Ehrenamtlichen und nimmt deren Entscheidung zur Kenntnis. „Es haben sich auch andere Leute gemeldet, die aushelfen wollen. Aber die müssten wir dann erst in Unna einweisen und einarbeiten, das hilft so schnell auch nichts.“

Ausgabe in Selm ist geöffnet

Anders sieht die Lage in Selm aus. Bei der dortigen Ausgabestelle können die Waren durch ein Fenster risikoarm für alle Beteiligten ausgegeben werden. Deshalb ist dort die Ausgabestelle auch wieder geöffnet. In Werne dagegen ist die Lage ähnlich wie in Lünen, deshalb ist dort die Ausgabe der Tafel-Waren erstmal nicht möglich.

Sollte es sich abzeichnen, dass die Lage in Lünen auch im Dezember noch die gleiche ist wie derzeit, könnte sich Ulrike Trümper vorstellen, dass dann die Waren an die Tafel-Kunden aus einem Lieferwagen heraus ausgeteilt werden. „Wir bemühen uns darum, eine Lösung für Dezember zu finden. Denn es wird leider ohnehin ein sehr schweres Weihnachten für die Menschen, die auf die Tafel angewiesen sind.“

Appell: Gutscheine für Geschäfte spenden

Um ihnen zu helfen und gleichzeitig die Corona-Lage zu berücksichtigen, bittet das Team um Ulrike Trümper darum, Gutscheine zu spenden. Denn diese Gutscheine können problem- und risikoärmer an die Menschen verteilt werden.

Dabei ist es egal, ob es sich um Gutscheine für Lebensmittel-Händler oder auch um solche für Drogerien handelt. Mit den Gutscheinen könne man den Menschen, die wenig haben, sicher eine Freude bereiten, gerade zur Weihnachtszeit.

„Wir sehen die Not der Menschen, können aber derzeit leider nicht viel tun“, sagt Ulrike Trümper.

Denn natürlich hat sie auch Verantwortung für die Ehrenamtlichen, die oft seit vielen Jahren die Tafel unterstützen. Und die nun in der schwierigen Lage sind, einerseits helfen zu wollen, andererseits aber Angst vor einer Infektion mit Covid 19 haben.

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