Lüner Unfallort: Polizei erlaubt Blumen und Kerzen

Nach tödlichem Motorradunfall

Kerzen, Blumen und Bilder erinnern an die Opfer des tödlichen Unfalls: An der Kreuzung B54 und B236 verunglückten am Sonntagabend zwei Motorradfahrer aus Bochum. Der Landesbetrieb Straßen.NRW und die Polizei gestatten, dass sich die Stelle zum Gedenkort entwickelt hat - zumindest im Moment.

LÜNEN

, 03.08.2017, 16:16 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Unfallort am Ende der B54 ist zu einem Trauerort geworden.

Der Unfallort am Ende der B54 ist zu einem Trauerort geworden.

Am Sonntagabend war der 20-jährige Fahrer gegen eine Ampel geprallt. Dabei wurden er und seine 19-jährige Mitfahrerin so schwer verletzt, dass sie starben. Freunde und Angehörige der beiden jungen Leute drücken ihre Trauer aus, indem sie Blumen, Kerzen und auch Fotos auf die Verkehrsinsel am Ende der B236 legten.

„Im Moment werden wir das erst mal respektieren. Wir denken, eine Woche ist das akzeptabel, es soll aber keine Pilgerstätte werden“, so am Donnerstag auf Anfrage eine Sprecherin vom Landesbetrieb Straßen.NRW, der für die beiden Bundesstraßen zuständig ist. Der Grund ist vor allem die Sicherheit.

Regelmäßig kommen Trauernde

Sowohl der Fahrer, die an der Kreuzung unterwegs sind, als auch derjenigen, die über die viel befahrene Straße laufen, um Kerzen oder Blumen auf die Verkehrsinsel zu legen. Regelmäßig kommen momentan noch Trauernde an die Unfallstelle, um dort der Verunglückten zu gedenken.

Zuständig für die B236 ist die Autobahnmeisterei Kamen. Da diese ihrer Unterhaltungspflicht nachkommen muss, werden die Kerzen und Blumen nach einer gewissen Zeit wohl abgeräumt werden.

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B236 in Lünen: Tödlicher Motorradunfall

Bei einem Motorradunfall am Ende der ausgebauten B236 in Lünen sind am Sonntagabend zwei junge Menschen aus Bochum gestorben. Nach einer Kollision mit einem Ampelmasten konnten die Rettungskräfte weder das Leben des 20-jährigen Fahrers retten noch das der 19-jährigen Beifahrerin.
31.07.2017
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Auch das zeigt, mit welcher Wucht das Motorrad aufgeprallt sein muss.© Foto: René Werner / IDA News
Rettungskräfte versuchten, den beiden Bochumern noch zu helfen - allerdings vergeblich.© Foto: René Werner / IDA News
Der 20-Jährige und die 19-Jährige wurden auf der Kreuzung B236/B54 (Dortmunder Straße) behandelt.© Foto: René Werner / IDA News
Polizei und Rettungskräfte waren von etwa 20.30 bis 0.45 Uhr vor Ort.© Foto: René Werner / IDA News
Wie heftig der Aufprall war, ließ sich am Motorrad erkennen. Das war über die Kreuzung weitergeschossen bis auf ein Feld.© Foto: René Werner / IDA News
Erst dort - in vielen Metern Entfernung - blieb die Maschine liegen.© Foto: René Werner / IDA News
Unklar war zunächst, ob das Motorrad gegen einen Audi geprallt war.© Foto: René Werner / IDA News
Die Spuren vor Ort sprächen dafür. Die Polizei ermittelt aber noch genauer.© Foto: René Werner / IDA News
Am Ende der ausgebauten B236 bildete sich ein Stau, der bis zu fünf Kilometer lang war. Da auch die B54 gesperrt war, kam es zum Verkehrschaos.© Foto: René Werner / IDA News
Polizisten beim Motorrad im Feld.© Foto: René Werner / IDA News
Bis in die Nacht hinein dauerten die Rettungsversuche und die Aufräumarbeiten nach dem Unfall.© Foto: René Werner / IDA News
Umgeknickt: der Ampelmast nach dem Unfall.© Foto: René Werner / IDA News
Rettungskräfte waren bis in die Nacht vor Ort.© Foto: René Werner / IDA News
Trauernde haben Kerzen in Erinnerung die an verunglückten Motortradfahrer aufgestellt.© Foto: Magdalene Quiring-Lategahn
Markierungen auf der Fahrbahn zeugen von dem schweren Unfall.© Foto: Magdalene Quiring-Lategahn
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„Wir verstehen die Trauer und der Bereich ist ja auch nicht als viel benutzter Fußgängerbereich bekannt“, so eine Sprecherin der Polizei Dortmund. Auch für sie steht die Sicherheit an erster Stelle. „Es soll niemand auf der Straße stehen und sich selbst gefährden. Und man muss auch sehen, dass dieser Bereich für ortsfremde Verkehrsteilnehmer schwierig sein kann.“

Solange aber Kerzen, Blumen und Bilder nicht die Fahrbahn blockieren, toleriert auch die Polizei diese Form der Trauer.

Bereits Abschied genommen

Die Bikerfreunde der beiden jungen Unfallopfer haben bei einer Trauerfeier am Montagabend auf Phoenix-West in Dortmund Abschied genommen. Dort ist ein beliebter Treffpunkt für Motorradfahrer und Tuner. Der 19-jährige Benjamin Mann aus Jena, einer von vielen Motorrad-Enthusiasten, hat diese Trauerfeier mit organisiert.

 

„Ein Treffen am Unfallort wäre nicht machbar gewesen.“ Aus emotionalen und organisatorischen Gründen – es waren mehr als 80 Motorradfahrer aus ganz Deutschland gekommen.

Am Dienstag hatten Unbekannte die Kerzen, Blumen und Motorradteile auf Phoenix-West weggeräumt, die als Erinnerung dort lagen. Am Mittwoch brannten dort wieder Kerzen.

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