Lüner Unternehmen wird 75 Jahre alt: „Auf die Mitarbeiter kommt es an“

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Ein Unternehmen in vierter Generation zu führen ist alles andere als gewöhnlich. Das Unternehmen Wienholt & Horstmann wird dieses Jahr 75 Jahre alt und ist immer mit der Zeit gegangen.

Lünen

, 28.10.2020, 14:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was haben das ehemalige Hertie-Kaufhaus, die Geschwister-Scholl-Gesamtschule, das Heinz-Hilpert-Theater und das St.-Marien-Hospital gemeinsam? An all diesen Gebäuden hat das Unternehmen Wienholt & Horstmann mitgearbeitet. Die Elektro-Installateure haben bereits in vielen Gebäuden in Lünen und Umgebung tätig.

Eine lange Geschichte

Der Betrieb wurde 1945 von Bernhard Wienholt gegründet und 1964 von Franz Horstmann übernommen. Sein Vater habe die Tochter von Bernhard Wienholt nur heiraten dürfen, wenn er Elektromeister werde, erzählt Sohn Reiner Horstmann lachend. Franz Horstmann übergab seinem Sohn Reiner Horstmann dann das Unternehmen 1986. Die aktuelle Geschäftsführung und vierte Generation ist die Elektromeisterin Nina Horstmann. Seit 2016 leitet Rainer Horstmanns Tochter das Unternehmen.

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In seiner Geschichte hat sich der Betrieb immer wieder verändern müssen. Technisch musste sich das Unternehmen immer wieder an die aktuellen Entwicklungen anpassen. Nina Horstmann: „Die TV-Versorgung, Smart Home und E-Autos sind neue Entwicklungen gewesen.“ Auch LED seien vor 10 Jahren noch ungewöhnlich gewesen, gehören mittlerweile jedoch zum Arbeitsalltag.

Ungewöhnliche Projekte

Zu den außergewöhnlichsten Projekten der Firmengeschichte gehört sicherlich die Installation von Beleuchtungspunkten am Horizontobservatorium auf der Halde Hoheward. Die Anlage, die zur Orientierung am Nachthimmel dienen sollte, wurde nie in Betrieb genommen, da an den charakteristischen Bögen bauliche Mängel festgestellt wurden. Reiner Horstmann über das ungewöhnliche Projekt: „Auf so einer Halde gibt es ja naturgemäß keinen Strom. Da mussten erst einmal Kabel hochverlegt werden.“

Wienholt & Horstmann bildet auch Auszubildenden aus. Interessenten können sich noch bis Ende des Jahres bewerben.

Für Nina Horstmann und ihren Vater sind die Mitarbeiter der Garant für den Erfolg. Die Geschäftsführerin: „Es fußt vor allem auf die Mitarbeiter.“ In den letzten Jahren sei es jedoch schwer geworden, Mitarbeiter zu finden, die sich langfristig an das Unternehmen binden wollen. „Wir beobachten, dass es aus der Mode gekommen ist, lange Zeit an einem Standort zu arbeiten.“

Elektrotechnik von 1904

Im Büro der Geschäftsführerin steht ein Schrank, in dem ganz besondere Schätze aufbewahrt werden. Fundstücke aus 75 Jahren Unternehmens-Geschichte. Fahrlässig umgangene Sicherungen, durchbohrte Kabel und eine Steckdose, die in dem Moment Feuer fing, als der Mitarbeiter das Haus betrat. Die Asservatenkammer der spektakulärsten Funde geht zurück bis zu einem Buch über Elektrotechnik aus dem Jahr 1904.

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Wienholt & Horstmann wird 75 Jahre alt

Das Lüner Unternehmen Wienholt & Horstmann wird 75 Jahre alt.
27.10.2020
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Auf die Frage wie sich das Unternehmen auf dem neusten Stand hält führen uns Nina Horstmann und ihr Vater vor diese Wand. Alle Zertifikate und Weiterbildungen werden an dieser Wand gesammelt. Wenn neue Bescheinigungen dazu kommen, werden ältere abgehangen. © Nora Varga
Einzig die Ältesten zwei Bescheinigungen hängen noch. Franz Horstmann hatte 1966 eine Schulung über das Antennenwesen besucht. © Nora Varga
In dieser Vitrine werden die kuriosesten Funde von Terminen gesammelt.© Nora Varga
Diese Steckdose fing Feuer, als der Mitarbeiter von Wienholt & Horstmann das Zimmer betrat. © Nora Varga
Hier hatte jemand nicht aufgepasst und durch das Kabel gedübelt. © Nora Varga
Zu der Asservatenkammer des Familienunternehmens gehört auch dieses Buch über Elektrotechnik aus dem Jahr 1904.© Nora Varga
Zu Wienholt & Horstmann gehören auch die Bürohunde Matilda und Heidi. Nina Horstmann bringt die Hunde jeden Tag mit: "Die Hunde sind gut fürs Büroklima. Jeder hat an seinem Schreibtisch Leckerlis stehen, ob Hundebesitzer oder nicht. Die beiden drehen dann jeden Morgen ihre Runde."© Nora Varga

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