Lüner zahlte 1000 Euro für neue Fenster, die nie eingebaut wurden

mlzBetrugsprozess

Neue Fenster wollte ein Lüner einbauen lassen. Dafür leistete er eine Anzahlung. Auf die Fenster wartet er bis heute vergeblich. Vielleicht auch, weil ein Paar sich zwischenzeitlich trennte.

von Sylvia Mönnig

Lünen

, 01.11.2020, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für einen Fensteraustausch soll ein 61-Jähriger in Lünen 1000 Euro Anzahlung kassiert haben, obwohl er für den Betrieb gar nicht mehr tätig war. Tatsächlich wurde der Auftrag bis heute nicht erledigt. Im Betrugsprozess beteuerte er nun seine Unschuld. Und von der Person, die Licht ins Dunkel bringen könnte, fehlte jede Spur.

Etliche Jahre arbeitete der Mann aus Bergkamen für den Handwerksbetrieb und war gleichzeitig mit der Chefin liiert. Mehrere Fenster tauschte er bereits für den betroffenen Lüner aus. Vor einem Jahr sollte das letzte folgen. Er bot ihm die Arbeit inklusive Fenster für 1800 Euro an und erbat sich 1000 Euro Anzahlung, um die Sonderanfertigung ordern zu können. Doch auf den Einbau wartete der Hausbesitzer vergeblich. Er kontaktierte die Inhaberin des Betriebs und erhielt die Auskunft, dass der 61-Jährige schon länger nicht mehr für sie arbeite. Unter den Umständen erstattete er Anzeige – in Begleitung der Chefin.

Trennung und Ende des Arbeitsverhältnisses

„Das stimmt nicht“, betonte der Angeklagte nun immer wieder vor dem Amtsgericht. Sicherlich habe er die Anzahlung genommen und auch quittiert. Die Geldscheine habe er, wie stets, mit einer Büroklammer an den Auftrag geheftet und das Fenster habe er selbstverständlich bestellt. Und natürlich sei er zu der Zeit noch Mitarbeiter der Firma gewesen. Erst im November 2019 sei es zur Trennung und damit auch zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses gekommen. Demnach habe er auch gar nicht wissen können, ob das Fenster eingebaut wurde und was mit dem Geld geschah. Nach dem Bruch habe sie den Computer mitgenommen – nicht aber das Fax-Gerät. Deshalb habe er das Glück gehabt, noch das Fax mit der Auftragsbestätigung bezüglich der Bestellung des Fensters vorlegen zu können. Insgesamt sei das Verhältnis zu seiner früheren Partnerin zerrüttet. So gebe es auch einen gerichtlichen Streit um Geld, das er in ihre Firma investiert habe. Kontakt gebe es zwischen ihnen nicht mehr. Das wolle er auch gar nicht mehr.

Ordnungsgeld für Zeugin

Nach der Befragung des Geschädigten, der natürlich keine Angaben dazu machen konnte, ob das Fenster geordert und an den Betrieb geliefert wurde, hätte die frühere Chefin und Partnerin des Angeklagten gehört werden sollen. Sie erschien jedoch nicht zum Termin. Die Richterin brachte es auf den Punkt: „Wir müssen noch ein bisschen ermitteln, um rauszukriegen, wie es gelaufen ist. Demnächst wird der Prozess fortgesetzt – mit der wichtigen Zeugin, die dann polizeilich vorgeführt werden soll und der 150 Euro Ordnungsgeld auferlegt wurde. Darüber hinaus könnte eine Auskunft von dem Fensterbauer für zusätzliche Aufklärung sorgen.

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