Ein Airbus A320neo der Lufthansa ist seit dem 1. November unter dem Namen "Lünen" in der Welt unterwegs. © Lufthansa
Flugzeugtaufe

Lufthansa lässt „Lünen“ zurückkehren: Neuer Name für neuen Airbus

Seit 2002 war ein Airbus namens „Lünen“ für die Lufthansa unterwegs. 2017 verschwand der Name - nun ist er zurückgekehrt: Eine wiederbelebte Tradition der Lufthansa macht es möglich.

Wer schon immer auf Lünen geflogen ist, kann das jetzt auch (fast) wortwörtlich wieder tun: Seit dem 1. November befindet sich in der Flotte der Lufthansa wieder ein Airbus, der den Namen der Lippestadt in die Welt trägt. „Stationiert ist die Maschine in Frankfurt am Main. Ihr erster Umlauf führte sie nach München und zurück“, weiß Journalist Udo Lanz, der sich seit 30 Jahren mit der zivilen Luftfahrt beschäftigt. Weitere ziele der „Lünen“ waren unter anderem Moskau, Helsinki, Kiew oder Mailand, zuletzt standen am Freitag (4. Dezember) Valencia und London auf dem Flugplan des Airbus.

Ursula Stodollick, Ehefrau des damaligen Lüner Bürgermeisters, taufte den Airbus A340-300 mit den Kennzeichen D-AIGY auf die Namen
Ursula Stodollick, Ehefrau des damaligen Lüner Bürgermeisters, taufte den Airbus A340-300 mit den Kennzeichen D-AIGY auf die Namen “Lünen” am 2. September 2002 auf dem Flughafen Frankfurt. © Rolf Bewersdorf © Rolf Bewersdorf

Bei der „Lünen“ handelt es sich um einen A320neo mit dem Kennzeichen D-AIJC. Die Endmontage fand im Airbus-Werk Hamburg-Finkenwerder statt. Die Tradition, Flugzeuge auf den Namen von Städten zu taufen, habe die Lufthansa laut Udo Lanz im Jahr 2018 wieder aufleben lassen: „Seitdem sind sie wieder fester Bestandteil bei allen Neuauslieferungen. Auch bislang namenlose Flugzeuge erhielten mit der Umlackierung einen Namen.“ Während Neuflugzeuge wegen der aktuellen Krise in reduziertem Maß integriert werden, sei das Umlackieren der Bestandsflotte allerdings vorerst ausgesetzt. Zuvor waren Taufnamen nur an einen Teil der Flotten-Neuzugänge vergeben worden.

Von 2002 bis 2017 trug ein Lufthansa-Airbus A340-300 den Namen
Von 2002 bis 2017 trug ein Lufthansa-Airbus A340-300 den Namen “Lünen”. © Lufthansa/Ingrid Friedl © Lufthansa/Ingrid Friedl

Der A320neo ist nicht das erste Lufthansa-Flugzeug, dass den Namen „Lünen“ trägt. Bereits 2002 reiste eine Delegation aus der Lippestadt nach Frankfurt am Main, um dort auf dem Flughafengelände der Taufe für die erste „Lünen“ beizuwohnen. Als Taufpatin fungierte damals Ursula Stodollick, Ehefrau des amtierenden Bürgermeisters Hans-Wilhelm Stodollick. Sie enthüllte den Namenszug, während aus dem Fenster des Cockpits eine Lüner Stadtflagge wehte. Parallel wurde an diesem Tag übrigens auch ein Airbus auf den Namen „Castrop-Rauxel“ getauft.

Der alte „Lünen“-Airbus vom Typ A340-300 war etwas größer als das aktuelle Modell und wurde auf Langstreckenflügen eingesetzt. „Im Dezember 2015 wechselte das Flugzeug zu City-Line von Lufthansa. Im Juli 2017 wurde das Flugzeug ausgemustert und einige Monate abgestellt, bevor es ab März 2018 von der Lufthansa-Tochter Brussels Airlines für Eurowings eingesetzt wurde“, weiß Udo Lanz. Mit der Umlackierung verschwand der Name „Lünen“, als der A340 Anfang 2020 zur Lufthansa zurückkehrte, erhielt er den Namen „Dorsten“.

Der damalige Stadt-Pressesprecher Reinhold Urner (l.) mit der Crew des Airbus
Der damalige Stadt-Pressesprecher Reinhold Urner (l.) mit der Crew des Airbus “Lünen”, die sich ins Gästebuch der Stadt bei der Eröffnungsgala des Kinofestes 2002 einträgt. © Goldstein (A) © Goldstein (A)

Obwohl es seit 2017 keinen „Lünen“-Airbus mehr gab, blieb die Verbindung zwischen Lufthansa und Lippestadt bestehen: Crew-Mitglieder der Airline waren weiterhin beim Berlinale-Empfang des Kinofestes in den Hackeschen Höfen zu Gast, so auch zuletzt 2019. Nach der Taufe war die Crew der „Lünen“ 2002 auch zur Eröffnung des Kinofestes gekommen, der damalige Stadtsprecher Reinhold Urner hatte zudem den Kontakt zur Lufthansa gehalten.

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Beate Rottgardt, 1963 in Frankfurt am Main geboren, ist seit 1972 Lünerin. Nach dem Volontariat wurde sie 1987 Redakteurin in Lünen. Schule, Senioren, Kultur sind die Themen, die ihr am Herzen liegen. Genauso wie Begegnungen mit Menschen.
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Beate Rottgardt

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