Zwangsarbeiter in Lünen auf dem Rückmarsch von der Zeche zu ihrem Lager, hier in Brambauer. Das historische Foto haben die Schüler der AG „Schule ohne Rassismuss - Schule mit Courage“ im Zuge ihrer Recherchen zu Zwangsarbeit in Lünen während der NS-Zeit gefunden und in einer Präsentation veröffentlicht. © GSG
Meinung

Mahnmal für Zwangsarbeiter in Lünen: Überfällig und wichtig für die Zukunft

Dass Lünen ein Mahnmal für Zwangsarbeiter in der NS-Zeit bekommen sollte, ist klar. Es ist nicht zu spät um an deren Leid zu erinnern. Besonders mit Blick auf zukünftige Generationen.

Dass in Lünen ein Mahnmal in Gedenken an Zwangsarbeiter während der NS-Zeit stehen sollte, steht außer Frage. Tausende Menschen, allein in der Lippestadt, sind auf brutale und unmenschlichste Art und Weise ausgebeutet, misshandelt oder gleich umgebracht worden.

Das wird, sicher auch vor dem Hintergrund der vielen weiteren unfassbaren Gräueltaten der Nazis während des Holocausts, oft – nun – vergessen.

Auch große Unternehmen, etwa Continental, haben sich erst sehr spät mit ihrer eigenen Rolle im dritten Reich auseinandergesetzt. 2020 veröffentlichte der Konzern eine unabhängige Studie. 10.000 Zwangsarbeiter wurden bei Conti eingesetzt. Teils wurden KZ-Häftlinge auf Schuhteststrecken bis zu Entkräftung und Tod ausgebeutet und misshandelt.

Todesstrafe für Diebstahl von Tierfutter

Nicht minder schockierend sind Berichte aus der Lippestadt, wo Zwangsarbeiter mit Erschießung rechnen mussten, wenn sie Kartoffelschalen „gestohlen“ hatten. Auch in Kriegszeiten wohl kaum eine wertvolle Ressource, allenfalls Tierfutter.

Besonders für kommende Generationen wird eine aktive Erinnerungskultur immer wichtiger als Quelle. Denn Großeltern als Zeitzeugen, so verklärt mancher Blick in die eigene Vergangenheit auch sein mag, werden sie nicht mehr haben. Wozu Falschinformationen und Hass führen, müssen wir auch heute schon oft genug sehen.

Über den Autor
Beruflicher Quereinsteiger und Liebhaber von tief schwarzem Humor. Manchmal mit sehr eigenem Blick auf das Geschehen. Großer Hang zu Zahlen, Statistiken und Datenbanken, wenn sie denn aussagekräftig sind. Ein Überbleibsel aus meinem Leben als Laborant und Techniker. Immer für ein gutes und/oder kritisches Gespräch zu haben.
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Matthias Stachelhaus

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