Maskenpflicht in Lünen: Zum Auftakt bleiben Lüner Geschäfte leer

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Vor einer Woche strahlten Lünens Händler: Sie durften ihre Läden wieder öffnen und in der Fußgängerzone war ein Kommen und Gehen. Eine Woche später sieht das ganz anders aus.

Lünen

, 27.04.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der vergangenen Woche hatte die Mister-&-Lady-Filiale nur darum gebeten, beim Betreten des Geschäftes an der Langen Straße Schutzmasken zu tragen. Seit Montag, 27. April, ist das Pflicht - und Filialleiterin Hanife Demir bemerkt einen deutlichen Unterschied.

Kunden nutzten die Zeit vor der Maskenpflicht

„Etwa 50 Prozent der Kunden trugen in der vergangenen Woche freiwillig eine Maske“, schildert sie. „Heute, wo es Pflicht ist, sind nur noch wenige gekommen. Es ist viel, viel ruhiger als sonst.“

Tatsächlich sind in diesem Moment gar keine Kunden in der Filiale. Am Samstag sei das noch anders gewesen, sagt Demir. „Da waren so viele da, das war unglaublich.“ Und aus Gesprächen mit Kunden weiß sie auch, warum. „Viele haben gesagt, dass sie kommen, bevor die Maskenpflicht gilt. Und das haben sie getan und auch wirklich gut gekauft.“

Eine Erfahrung, die auch viele andere Händler an der Langen Straße machten. H&M hatte am Montag zum ersten Mal seit der Zwangspause wieder geöffnet - doch der Kundenstrom war verhalten. Auch bei Saturn gibt es keine Schlangen an den Kassen und in der Fußgängerzone ist es vergleichsweise leer - und das zu einer Zeit, in der es eigentlich brummt.

Die meisten tragen professionelle Masken

Wer jedoch unterwegs ist, hat eine Maske dabei. Die wenigsten tragen sie dauerhaft vor Mund und Nase. Einige haben die Masken auch nur in der Hand und legen sie an, wenn sie gebraucht werden. Die meisten tragen die Schutzelemente locker um den Hals und ziehen sie hoch, sobald sie ein Geschäft betreten. Ganz automatisch.

Die Mitarbeiter, die an den Türen darauf achten, dass die Maskenpflicht in den Geschäften eingehalten wird, sind zufrieden. Die Kunden halten sich freiwillig daran. Kaum jemand muss aufgefordert werden, die Maske anzulegen. Selbst bei Saturn gab es am Vormittag nur ein Kind, das keine Maske hatte. Und da musste der Sicherheitsdienst erst einmal selbst nachlesen, ob eine Tragepflicht bestand oder nicht. Eine Pflicht besteht übrigens für Kinder ab 6 Jahren.

Wer mit selbstgemachten Masken unterwegs ist, fällt auf. Die meisten tragen Masken, wie man sie aus Arztpraxen kennt.

Masken zum Verkauf

Einen deutlichen Kundenrückgang bemerkte auch Edeka Patzer. „Ich dachte heute früh, das würde ausarten“, sagte Marktleiter Tolga Özkurt. „Doch es ist sehr ruhig und sehr erfreulich, dass 95 Prozent der Kunden Masken haben.“ Zu Beginn der Maskenpflicht hatte der Lebensmittelhändler sicherheitshalber ein paar Masken parat gehalten, doch die wurden gar nicht benötigt. Allerdings hat Edeka nun auch Masken im Verkauf. Der Bekleidungshersteller für das Personal hatte ein entsprechendes Angebot gemacht.

Doch auch Özkurt bemerkt einen deutlichen Unterschied zur vergangenen Woche: „Am Samstag haben alle nochmal den Großeinkauf gemacht. Heute ist es deutlich ruhiger als an einem normalen Montag.“

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