Mega-Evakuierung in Dortmund: St.-Marien-Hospital nimmt bis zu 30 Patienten auf

mlzBombenverdacht

Die Mega-Evakuierung in Dortmund betrifft auch Lünen. Bis zu 30 Patienten werden ins St.-Marien-Hospital verlegt. In der Notaufnahme kann es schon jetzt zu längeren Wartezeiten kommen.

Lünen

, 09.01.2020, 05:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der Nähe des Klinikums Dortmund und des St.-Johannes-Hospitals werden drei Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg vermutet. Ob sich der Verdacht bestätigt, klären am Sonntag (12. Januar) Experten des Kampfmittelräumdienstes. Vorher sind umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen nötig. Sollte die Vermutung zutreffen, müssen die Bomben sofort entschärft werden.

Deshalb startet die Nachbarstadt eine Mega-Evakuierung. Etwa 14.000 Anwohner müssen am 12. Januar bis 8 Uhr in einem Radius von 500 Metern ihre Wohnungen verlassen. Auch das Klinikum Dortmund und das St.-Johannes-Hospital werden weitgehend geräumt. Sie melden sich schon im Vorfeld von der Notfallversorgung ab, um bis Freitag (10.1.) die stationären Patientenzahlen zu reduzieren.

Dortmunder Patienten bringen Personal mit

Das St.-Marien-Hospital in Lünen leistet Schützenhilfe: Es nimmt am Samstag (11.1.) bis zu 30 Patienten des Johanneshospitals auf. Sie werden in Patiententransportzügen nach Lünen verlegt. Das bedeutet: Eine Kolonne aus acht Krankenwagen fährt mit Blaulicht vor dem Marienhospital vor. „Die Unterbringung erfolgt auf der Station A8, die am Wochenende nicht belegt ist“, teilt Klinik-Geschäftsführer Axel Weinand mit.

In die Klinik am Park in Lünen-Brambauer werden bewusst keine Patienten verlegt. Hier sollen die Kapazitäten ausgeweitet werden, um mögliche Notfälle auch stationär versorgen zu können, erklärt Kliniksprecher Klaus-Peter Wolter auf Anfrage.

Die Dortmunder Patienten werden im St.-Marien-Hospital von Pflegekräften und Ärzten des Johanneshospitals versorgt. Das Klinikum Lünen stellt einen „Paten“ als Ansprechpartner für die ortsunkundigen Mitarbeiter des Nachbar-Krankenhauses. Die Küche des St.-Marien-Hospitals richtet sich auf zusätzliche Portionen ein.

Eigene Zone für Krankenwagen

Für die Personentransportzüge werde vor dem Haupteingang eine Zone eingerichtet, in der die acht Krankenwagen parken können. In der Eingangshalle stehen dann entsprechende Betten bereit. „Vielleicht trennen wir den Bereich noch durch Paravents ab.“

Die Pflegekräfte des Johanneshospitals können über vier Bettenaufzüge die Patienten auf die Station A8 bringen. Axel Weinand geht davon aus, dass hauptsächlich internistisch-kardiologisch betroffene Patienten stationär nach Lünen kommen.

Längere Wartezeiten in der Notfallaufnahme

Im St.-Marien-Hospital rechnet man mit zusätzlichen Notfallpatienten. Das Klinikum Dortmund und das St.-Johannes-Hospital würden pro Tag etwa 350 bis 400 Notfallpatienten, überwiegend mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, behandeln. Davon bliebe etwa die Hälfte stationär.

Daher müssten besonders Krankenhäuser mit einer ausgewiesenen Kardiologie im Umkreis, dazu gehört auch das St.-Marien-Hospital, mit einem erhöhten Notfallaukommen rechnen.

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Weinand betont, die Notfallversorgung für das Lüner Stadtgebiet bleibe uneingeschränkt bestehen. Allerdings müssten Patienten bis zum 12. Januar mit deutlich verlängerten Notfallaufnahmen rechnen. „Das gilt auch für alle anderen umliegenden Krankenhäuser“, so Weinand. Er bittet daher diejenigen, die „kleinere gesundheitliche Probleme“ hätten, sich grundsätzlich an ihren Hausarzt zu wenden.

Die Dortmunder Patienten werden am Montag (13.1.) wieder zurückverlegt. Dann halten wieder jeweils acht Krankenwagen vor dem St.-Marien-Hospital und fahren in Kolonne mit Blaulicht in die Nachbarstadt. Ab 7 Uhr ist das Reinigungsteam im Einsatz, um die Station wieder für Patienten des St.-Marien-Hopsitals herzurichten.

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