Weihnachten kann auch in diesem Jahr schön werden. © dpa
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Meinung: So schlecht, wie alle sagen, ist Corona-Weihnachten gar nicht

Dieses Jahr Weihnachten wird anders und ganz bestimmt nicht einfach. Wer sich aber auf die neuen Umstände einlässt, der kann sich wieder auf das Wesentliche besinnen, findet unsere Autorin.

Ich möchte auf dem Weihnachtsmarkt in Dortmund gehen, ins Kino Lünen in kitschige Weihnachtsfilme und mit meinem Chor das Weihnachtsoratorium singen. All das geht nicht, und das ist auch gut so. Wirklich gerne würde ich jetzt so richtig in die vorweihnachtliche Stimmung eintauchen, aber mit Blick auf die Corona-Zahlen ist natürlich auch mir als Weihnachtsfreund klar, dass es keine Veranstaltungen geben darf.

Von meiner Weihnachtsstimmung möchte ich mich trotzdem nicht abbringen lassen. Meinen Großeltern aus Köln habe ich dieses Jahr, weil wir uns nicht sehen können, einen Adventskalender mit der Post geschickt. In dem Briefumschlag lagen 24 kleine Umschläge mit QR-Codes drin. Jeden Tag kann meine Oma den Code mit der beigelegten Anleitung scannen und bekommt ein neues Rezept für ihren Thermomix oder ein klassischen Stück auf Youtube. Mittlerweile telefoniere ich sehr regelmäßig mit ihr über die Sachen, die sie im Kalender findet. Ohne Corona hätte ich diesen Kalender nicht gemacht, und wahrscheinlich hätten wir auch weniger telefoniert.

Als Musikerin ist die Corona-Zeit besonders schlimm. Viele Musiker aus meinem Freundeskreis, die die Musik zu ihrem Beruf gemacht haben, leiden gerade besonders, aber auch hier ist nicht alles verloren. So organisiert der Leiter des Schulorchesters des Freiherr-vom-Stein Gymnasium ein Weihnachtsvideo, in dem alle Orchestermitglieder ein Video einsenden können, wie sie ihre Stimme spielen. Natürlich ist es eine andere Atmosphäre, als man sie sonst kennt, aber zumindest gibt es eine Aktion zum Advent.

Die Aktion des Schulorchesters des FSG lässt das Orchester trotz Corona zusammen spielen.
Die Aktion des Schulorchesters des FSG lässt das Orchester trotz Corona zusammen spielen. © Freiherr-vom-Stein-Gymnasium © Freiherr-vom-Stein-Gymnasium

Selbstgemachter Glühwein

Was mir und vielen anderen, mit denen ich spreche, fehlt, ist der Weihnachtsmarkt: In Lünen, Dortmund oder sonst wo durch die Fußgängerzone schlendern, einen Kinderpunsch trinken und lustige Weihnachtsdeko beschauen. Dieses Jahr fallen meine Dezember-Samstage auch ruhiger aus, nicht unbedingt etwas Schlimmes. Ich habe Zeit für einen ruhigen Spaziergang oder einen Online-Spielenachmittag mit meinen Freunden. Wie so oft ist es nicht ideal, aber trotzdem kann man versuchen, es sich schön zu machen. Wer auf den Weihnachtspunsch oder Glühwein nicht verzichten will, der kann sich selbst einmal daran versuchen, ganz ohne Gewürzmischung. Der Kinderpunsch, den mein kleiner Bruder dieses Jahr macht, gehört schon jetzt zu den besten, die ich kenne.

Corona macht in der Adventszeit dieses Jahr vieles kaputt. Wer sich auf die neuen Spielregeln einlässt, der kann die Zeit aber auch genießen. Wir können uns dieses Jahr mehr Zeit für ein gutes Buch, leckeren Tee und selbstgebackene Plätzchen nehmen. Auch wenn es nicht leicht wird, vielleicht wollen Sie sich darauf einlassen.

Über die Autorin
Volontärin
Jahrgang 2000. Ist in Bergkamen aufgewachsen und nach Dortmund gekommen, um die große, weite Welt zu sehen. Überzeugte Europäerin mit einem Faible für Barockmusik, Politik und spannende Geschichten
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Nora Varga

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