Meinung: Wir müssen die Schulen jetzt schließen, um Corona zu verlangsamen

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Die Schulen und Kitas wurden im neuen „Lockdown light“ nicht geschlossen. Eine Fehlentscheidung, wie unsere Autorin meint. Ihre steile These: Die Schulen müssen geschlossen werden.

Lünen

, 08.11.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gefühlt täglich erreichen uns neue Meldungen über Schüler, die in Quarantäne gehen müssen. Manchmal könnte man fast glauben, es gibt keine Schüler mehr, die noch die Schulbank drücken müssen. So kann es nicht weitergehen. Es war ein nobles Anliegen, die Schulen geöffnet zu halten, aber die Infektionszahlen zeigen uns, dass die aktuellen Maßnahmen nicht reichen.

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Ganz abgesehen davon, dass die vielen Quarantänefälle etliche Schwierigkeiten mit sich bringen. Ganze Stufen müssen zu Hause bleiben, wie an der Ludwig-Uhland-Realschule, und viele Lehrer bereiten ihre Unterrichtsstunden doppelt vor, denn häufig gehen nur die Kinder mit direktem Kontakt oder Teile eines Kurses in Quarantäne. Der Unterricht muss also für die anwesenden Kinder und die Daheimgebliebenen gut vorbereitet werden. Lehrer werden wissen: Nein, man kann da nicht eins zu eins das Gleiche machen. Es bedeutet mehr Arbeit.

Natürlich sind Schulschließungen gefährlich. Man verliert Kinder aus den Augen, die zu Hause nicht immer sicher sind und nicht alle Kinder haben dieselben technischen Möglichkeiten. In den vergangenen Wochen haben Bund, Land und Städte ihr möglichstes getan, um diese Ungleichheiten zu beseitigen, aber jahrelange Versäumnisse kann man nicht in ein paar Wochen wettmachen. Wer das glaubt, denkt an der Realität vorbei.

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Dennoch, die Schulschließungen müssen her. Die Schulen haben alle Plattformen gefunden, mit denen sie arbeiten können und die allermeisten Lehrer haben ihr Möglichstes getan, um sich in die neue digitale Welt einzuarbeiten. Auch das geht nicht in ein paar Wochen.

Viele Eltern leiden unter der Ungewissheit und sorgen sich um die Sicherheit ihrer Kinder. Muss das Kind bald wieder in die Quarantäne? Muss es getestet werden und wie sicher sind die Kinder wirklich während der Unterrichtsstunden? Ganz zu schweigen von den Lehrern, die täglich mit Dutzenden Kindern in einem Raum sitzen. Es gehört auch zur Realität, dass nicht immer und in jeder Situation alle Maßnahmen eingehalten werden können, besonders bei den Kleinsten aus der Schülerschaft nicht. Dem gegenüber stehen die Betreuungsprobleme der Eltern, aber auch im März konnten in Notgruppen zumindest die Kinder systemrelevanter Gruppen betreut werden.

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Die Schulen jetzt kurz und vollständig zu schließen könnte uns vor einer späteren langen Schließung bewahren. Es ist keine einfache Entscheidung und sie wird nicht für alle leicht zu tragen sein. Lehrer und Eltern haben aber bereits im ersten Lockdown bewiesen, dass sie flexibel sind. Mit den neuen Programmen und den neuen technischen Geräten, die vereinzelt verteilt werden können, müssen wir uns trauen, die Schulen dichtzumachen. Jetzt.

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