Cineworld-Theaterleiter Max Biela darf derzeit kein Popcorn verkaufen. Auch wenn sich bislang niemand mit Corona in Kinos oder Theatern infiziert hat, müssen diese Kultureinrichtungen weiter geschlossen bleiben. © Dennis Görlich (A)
Corona-Krise

Menschenmassen am Black Friday – Kino und Theater geschlossen

Theater und Kinos müssen weiter geschlossen bleiben. Dafür drängeln sich Menschenmassen am „Black Friday“ durch die Innenstädte. Da wundern sich Kinobetreiber und Theaterschaffende.

Im sozialen Netzwerk Facebook teilt der gebürtige Lüner Jürgen Larys, Schauspieler und Regisseur des Artensemble-Theaters, ein Foto der Ruhr Nachrichten vom „Black Friday“ in Dortmund.

Auf dem Bild sind Menschenmassen ohne Abstand in der Fußgängerzone zu sehen. Wie man dies mit der Corona-bedingten Schließung von Theatern in Einklang bringe, fragt sich nicht nur Larys.

So geht es auch den Kinobetreibern, die ihre Häuser bis mindestens 20. Dezember nicht öffnen dürfen. Theaterschaffende und Kinobetreiber machen immer wieder darauf aufmerksam, dass es bislang nicht einen Infektionsfall in Kinos oder Theatern gegeben habe.

Die Betreiber der Lüner Cineworld fürchten sogar, dass die Kinos wohl in diesem Jahr nicht mehr öffnen werden. Noch sind sie aber vorsichtig optimistisch. „Bis zum Jahresende haben wir es nun schon mal geschafft,“ so Lutz Nennmann, der die Cineworld mit Meinolf Thies seit 17 Jahren führt.

Finanziell beuteln die Corona-Maßnahmen viele Branchen. Auch die Kinos. Nennmann: „Wir kommen bislang klar – Kostenpositionen, die gestundet werden konnten, haben geholfen, müssen aber natürlich später trotzdem nachgezahlt werden.“

Hilfen von Bund und Land beantragt

Die Bundesregierung hat immer wieder finanzielle Hilfen zugesagt – auch für Gastronomie oder Handel. Nennmann: „Auch wir haben die Hilfen von Bund und Land beantragt, ohne diese geht es nicht. Kein Geschäftsmodell ist jenseits üblicher Schwankungen darauf ausgelegt, dass es völlig unerwartet auf mehr als die Hälfte des Jahresumsatzes einfach so verzichten kann, ohne in unruhiges Fahrwasser zu geraten.“

Wann und ob in Gänze die in Aussicht gestellten und auch beantragten Hilfen fließen, können Nennmann und Thies aber jetzt noch nicht sagen. Klar sei – die Liquidität zwischenzeitlich und über einen längeren Zeitlauf so „gesund“ zu halten, dass alle Verpflichtungen bedient werden können, sei eine sportliche Herausforderung.

Auch andere Veranstaltungen, die im Lüner Kino traditionell stattfanden, sind in die Zukunft verschoben worden. Beispielsweise „Lyrik und Linsensuppe“ des Vereins „Dach über dem Kopf“. Hier lesen bekannte Lüner ihre Lieblingsgedichte und im Anschluss gibt es dann Linsensuppe. Statt im Februar 2021 findet die Lesung nun ein Jahr später statt.

Das Cineworld-Team setzt auf die Treue der Kinofans aus Lünen und der Region. Die Kinokassen sind an bestimmten Tagen geöffnet und bieten Geschenk-Gutscheine an, beispielsweise zu Nikolaus oder Weihnachten. Die Gutscheine sind natürlich länger gültig, können dann eingelöst werden, wenn die Cineworld wieder öffnen und Filme zeigen darf.

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Beate Rottgardt, 1963 in Frankfurt am Main geboren, ist seit 1972 Lünerin. Nach dem Volontariat wurde sie 1987 Redakteurin in Lünen. Schule, Senioren, Kultur sind die Themen, die ihr am Herzen liegen. Genauso wie Begegnungen mit Menschen.
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Beate Rottgardt

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