Mercedes-Gelände in Lünen: Überraschende Entdeckung bremst Abriss

mlzBauprojekt

Das markante Gebäude ist verschwunden - doch bis der Abriss des ehemaligen Mercedes-Standortes abgeschlossen ist, wird es noch etwas dauern. Grund ist eine überraschende Entdeckung.

Lünen

, 25.09.2020, 10:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer aus Richtung Bergkamen und von Süden kommend an der Viktoria-Kreuzung anhält, dem fällt auf: Da fehlt etwas. Das Gebäude der ehemaligen Mercedes-Niederlassung ist verschwunden, hintern den Bauzäunen ragt ein Schuttberg empor. Der Bauverein zu Lünen treibt die Abrissarbeiten auf dem Areal weiter voran, allerdings wird es etwas länger dauern als gedacht.

„Wir haben alte Kellerräume gefunden“, sagt Vorstand Carsten Unterberg im Gespräch mit unserer Redaktion. „Und zwar an einer Stelle, wo eigentlich nichts sein sollte.“ Das ist insofern überraschend, da jahrelang ein Gebäude und massenhaft Autos auf dem Gelände standen, ohne dass die Kellerdecken nachgaben.

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Mittlerweile weiß man beim Bauverein aber auch, warum die Räume heil geblieben sind: „Das sind schon ordentliche Betondecken. Die abzureißen, dauert etwas länger“, so Unterberg weiter. Ein Fall für den Denkmalschutz sei die Entdeckung hingegen nicht: „Ich glaube, als die Keller gebaut wurden, waren die Römer schon längst wieder weg“, sagt der Vorstand mit einem Augenzwinkern.

Wirkliche Probleme bereitet dem Bauverein die Verzögerung ohnehin nicht. „Der Abriss sollte schon schnell gehen, ja. Aber danach wird sich hier erst einmal eine Zeitlang nichts tun“, so Unterbergs Vorstandskollege Andreas Zaremba. Man rechne damit, dass es in frühestens eineinhalb bis zwei Jahren Baurecht für die Fläche gibt. „Dann wollen wir natürlich schnell loslegen. Bisher sind wir in sehr guten Gesprächen mit der Stadt Lünen.“

Wasserbecken und Belüftungstechnik

Bekanntlich möchte der Bauverein das reine Gewerbe- in ein Wohnbaugrundstück mit Geschäftseinheiten umwandeln. 50 Wohnungen sollen dort über einer Tiefgarage entstehen, hinzu kommen Geschäfts- und Gewerberäume. Die Mieten werden eher im hochpreisigen Segment landen - dafür verspricht der Bauverein eine „qualitativ hochwertige Entwicklung des Geländes“.

Zentrum des Komplexes soll demnach eine Wasserfläche im Innenhof samt passender Begrünung sein. „Wohnen am Wasser, und das direkt in der Innenstadt. Das ist ein sehr attraktives Angebot, entsprechend haben wir auch schon sehr viele Anfragen“, sagt Andreas Zaremba.

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Sorgen, dass die stark befahrenen Straßen vor der Haustür das Wohnerlebnis mindern könnten, macht sich der Vorstand nicht. „Zum einen achten wir darauf, dass zum Beispiel keine Schlafräume zur Straße raus liegen. Zum anderen ist es durch entsprechende Technik möglich, dass die Wohnungen ausreichend belüftet werden, ohne die Fenster zu öffnen.“ Matthias Beckmann, ebenfalls Vorstandsmitglied, fügt hinzu: „Wir wissen ja auch nicht, wie sich der Verkehr entwickelt. Wenn es mehr Elektromobilität gibt, ist sicher auch eine Lärmminderung auf den Straßen zu erwarten.“

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