Die Verkehrsbetriebe Kreis Unna (VKU) haben mit Hilfe von Landesfördermitteln den Schulbusverkehr in Lünen ausgebaut. © VKU
Schülerverkehr

Mindestabstand auf dem Schulweg: VKU setzt zusätzliche Busse in Lünen ein

Seit dem 22. Februar findet wieder Präsenzunterricht statt. Für den Weg zur Schule setzt die VKU zusätzliche Busse ein. Das Geld dafür kommt vom Land Nordrhein-Westfalen.

Unterricht in Corona-Zeiten ist eine Herausforderung – nicht nur in den Klassen selbst, sondern schon auf dem Weg dorthin: Bereits im vergangenen Jahr hatten Schulen, Eltern und nicht zuletzt Busfahrer darauf hingewiesen, dass der erforderliche Mindestabstand im täglichen Schulbusverkehr nicht eingehalten werden kann.

Die SPD in Lünen hatte dazu sogar einen Antrag formuliert, der am 25. November auch angenommen worden war: Die Verwaltung wurde aufgefordert, „unverzüglich für angemessene Schulbuskapazitäten zu sorgen, die den Corona-Schutzmaßnahmen entsprechen“. Das Problem dabei: Der Schulbusverkehr wird von den Verkehrsbetrieben Kreis Unna (VKU) organisiert, die Stadt Lünen ist gegenüber der VKU nicht weisungsberechtigt – hat also auch nur bedingt eine Möglichkeit, Einfluss auf die Schulbuskapzitäten zu nehmen.

Gleichwohl seien nach dem Ratsbeschluss weitere Gespräche mit der VKU geführt worden, erklärt Stadtsprecher Benedikt Spangardt. Auch habe Landrat Mario Löhr zugesichert, mit der VKU reden zu wollen.

Nach Auskunft von VKU-Fahrdienstleiter Uwe Greif wurden noch im vergangenen Jahr sechs zusätzliche Fahrzeuge sowohl morgens zwischen 7 und 8 Uhr als auch nachmittags ab 14 Uhr eingesetzt. „Aber es war ziemlich schnell klar, dass das nicht reicht.“ Busfahrer hätten entsprechende Rückmeldungen gegeben, woraufhin der Außendienst sich die Situation angesehen hätte. „Aber auch Eltern und Schulleitungen haben uns darauf hingewiesen. Das ist ein sehr sensibles Thema.“

Bis zu 150 Euro Mehrkosten pro Stunde

Nachdem sich der Eindruck von überfüllten Schulbussen bestätigt hatte, seien bereits im Dezember zusätzliche Kapazitäten geschaffen worden. „Insgesamt fahren zwei zusätzliche Busse zwischen Lünen und Selm“, so Uwe Greif. Sieben weitere Fahrzeuge sind zusätzlich in Lünen unterwegs, sodass insgesamt neun Busse mehr als üblich für den Schülerverkehr zur Verfügung stehen.

Die Kosten dieser Zusatzfahrzeuge liegen laut Greif deutlich über denen im normalen Betrieb. „Das sind ja nicht unsere Busse, sondern die müssen wir samt Fahrer von unseren Subunternehmen anmieten.“ Da kämen schnell 120 bis 150 Euro pro Stunde zusammen.

Genau für diesen Fall hatte das Land NRW einen Fördertopf eingerichtet, aus dem Kreise und Kommunen Mittel für zusätzliche Schulbusse beantragen konnten. „Insgesamt hat der Kreis Unna im Rahmen des Förderprogramms seit August 2020 auf 27 Linien oder Linienabschnitten zusätzliche Einsatzwagen eingesetzt und damit 111.890 Euro abgerufen“, erklärt Sprecher Max Rolke. Für Lünen belaufen sich die Zusatzkosten bisher auf rund 41.000 Euro.

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Redaktion Lünen
Journalist, Vater, Ehemann. Möglicherweise sogar in dieser Reihenfolge. Eigentlich Chefreporter für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen. Trotzdem behält er auch gerne das Geschehen hinter den jeweiligen Ortsausgangsschildern im Blick - falls der Wahnsinn doch mal um sich greifen sollte.
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Daniel Claeßen

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