Ministerium entscheidet sich für Standort Victoria-Brache

Forensik für Lünen

Die Entscheidung ist gefallen: NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens hat am Mittwoch die Öffentlichkeit davon unterrichtet, dass auf der Victoria-Brache in Lünen eine forensische Klinik für 150 Menschen gebaut wird. Das ist "Kein leichter Tag für diese Stadt", so eine erste Reaktion der Stadtspitze.

LÜNEN

von Von Bettina Voß, Peter Fiedler, Torsten Storks, Be

, 16.10.2013, 20:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Oktober 2012: Luftbild Victoria-Brache als Forensik-STandort. Foto: Goldstein

Oktober 2012: Luftbild Victoria-Brache als Forensik-STandort. Foto: Goldstein

Immer wieder habe die Stadt Gespräche beim Land gesucht um darauf hinzuweisen, dass Lünen für eine Forensik nicht geeignet sei. Ministerin Steffens habe ihm Dienstagabend telefonisch mitgeteilt, dass für den Landgerichtsbezirk Dortmund von 17 Standorten zuletzt noch drei in der engeren Wahl gewesen seien, nämlich Victoria, Im Erlsensundern und Unna-Massen. Erlsensundern und Unna-Massen seien weniger geeignet, habe die Ministerin erklärt, Einzelheiten zu den Kriterien aber nicht genannt.   „Der heutige Tag ist kein leichter Tag für diese Stadt“, sagte Stodollick. Nach wie vor sei nicht nachzuvollziehen, warum Lünen Forensik-Standort werden solle. Lünen verlange Transparenz, Akteneinsicht und behalte sich auch rechtliche Schritte vor. Das sei aber erst möglich, nachdem der Bauantrag gestellt ist. Erst danach habe man das Recht auf Akteneinsicht und könne die juristische Seite prüfen. Man dränge aber auf einen schnellen Gesprächstermin im NRW-Gesundheitsministerium, um sich die Entscheidungsgründe für die Victoria-Brache erläutern zu lassen.

Während die Aktionsgemeinschaft "Keine Forensik im Erlensundern" erwartungsgemäß erleichtert reagierte, verlangt die Bürgerinitiative "Keine Forensik für Lünen" Akteneinsicht. Für den 19. November lädt die Bürgerinitiative „Lünen ohne Forensik“  zur außerordentlichen Jahreshauptversammlung ein. Man will an diesem Abend ab 18 Uhr im Grubenwehrhaus, also in unmittelbarer Nähe zur Fläche, auf der die Forensik gebaut werden soll, das weitere Vorgehen abstimmen. Das beschloss am Nachmittag der Vorstand der BI. „Wir werden noch heute Abend Akteneinsicht nach dem Informationsfreitsgesetz beantragen“, kündigte Vorsitzender Dirk Hartmann an. Bislang habe die Landesregierung dies mit der Begründung abgelehnt, dass es noch ein laufendes Verfahren sei. Hartmann: "Nach unserer Kenntnis muss man uns jetzt innerhalb von vier Wochen Akteneinsicht gewähren." Dann wolle man den Entscheidungsprozess mit juristischer Hilfe auf Schwachstellen überprüfen. Und auch Alternativnutzungen für die Victoria-Brache auf deren städtebauliche Entwicklungschancen. 

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