Missbrauchsskandal: 47-jähriger Lüner aus Untersuchungshaft entlassen

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Der im Zusammenhang mit dem Missbrauchsskandal von Bergisch Gladbach Anfang November 2019 festgenommene Lüner (47) befindet sich wieder auf freiem Fuß. Der Haftbefehl wurde aufgehoben.

Lünen

, 02.04.2020, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Haftbefehl wegen Verdacht auf sexuellen Missbrauch von Kindern gegen einen 47-jährigen Lüner ist seit Ende Januar aufgehoben. Das erklärte Ulrich Bremer, Oberstaatsanwalt und Sprecher der Staatsanwaltschaft Köln, am Donnerstag (2. April) im Gespräch mit unserer Redaktion.

Laut Bremer auf Beschwerde des Beschuldigten hin. „Das Landgericht Köln hat ausgeführt, dass der Beschuldigte eines schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern nicht dringend verdächtigt sei.“

Das heißt aber nicht, dass die Staatsanwaltschaft Köln die Ermittlungen gegen den Lüner einstellt. „Der Mann sitzt zwar nicht mehr in Untersuchungshaft, wir ermitteln trotzdem weiter.“

Pornographische Schriften

Am Verdacht auf sexuellen Missbrauchs an fremden Kindern und Besitze pornographischer Schriften habe sich nichts geändert.

Ob es am Ende in der einen oder anderen Sache oder in beiden Fällen zur Anklage kommt, sei derzeit offen, so Bremer weiter. Das stehe frühestens in zwei oder drei Monaten fest. Was nicht zuletzt daran liegt, dass die Ermittler sehr viel Datenmaterial auszuwerten haben.

Nach früheren Angaben der Kölner Staatsanwaltschaft waren vor der Festnahme des Lüner Tatverdächtigen am 10. November 2019 Räumlichkeiten in Dortmund, wo er sich auch aufgehalten haben soll, und die Wohnung des 47-Jährigen in der Lippestadt durchsucht worden.

Sowohl in Dortmund als auch in Lünen sei Beweismaterial sichergestellt worden, hieß es damals. Und dass er sich durch einen Anwalt vertreten lasse.

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Unterdessen hat die Staatsanwaltschaft Köln jüngst eine erste Anklage erhoben. Sie richtet sich nach Angaben aus Jusitzkreisen gegen einen Bundeswehrsoldaten aus Kamp-Lintfort am Niederrhein. Der Prozess gegen den 26-Jährigen soll vor der auswärtigen Strafkammer des Landgerichts Kleve in Moers stattfinden.

Nach WDR-Informationen ist der Soldat des sexuellen Missbrauchs in 36 Fällen angeklagt. Opfer des sexuellen Missbrauchs sollen seine leibliche Tochter, sein Stiefsohn und eine Nichte sein.

Dreijährige Nichte missbraucht?

Der Mann habe sich bereits im Juni 2019 selbst angezeigt. Die Staatsanwaltschaft habe daraufhin auf Untersuchungshaft oder Hausdurchsuchungen verzichtet. Danach soll der Berufssoldat noch seine dreijährige Nichte missbraucht haben. Erst im Herbst, als die Ermittlungen zu einem großen Netz von Sexualstraftätern von Bergisch Gladbach aus ihren Anfang nahmen, sei der Soldat neu in den Fokus der Justizbehörden gerückt und festgenommen worden.

Die Ermittlungen erstrecken sich unlängst auf sämtliche Bundesländer. Allein in Nordrhein-Westfalen wird nach früheren Angaben der Polizei gegen 27 Beschuldigte ermittelt. Die Verdächtigen sollen - teilweise ihre eigenen - Kinder missbraucht und Bilder der Taten getauscht haben.

Wie Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer am Donnerstag (2. April) sagte, sollen in Kürze weitere Anklagen folgen.

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