Mit dem Neujahrstag kommen viele Veränderungen

mlzVerbrauchertipp

Ab 1. Januar 2019 gibt es viele Veränderungen für Verbraucher. Die gute Nachricht dabei: Die meisten werden mehr Geld im Portmonee haben. Aber es gibt auch noch andere Änderungen.

Lünen

, 01.01.2019, 05:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Plus gibt es ab 1. Januar für Mütterrente und Mindestlohn, bei Kindergeld und Hartz IV, Grundfreibetrag und Kinderfreibeträge. Zudem wird der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung auf 2,5 Prozent gesenkt. Dafür steigt jedoch der Beitrag zur Pflegeversicherung um 0,5 Prozent. Was sich sonst noch ändert, erklären wir mit dem Team der Lüner Verbraucherberatung in Fragen und Antworten.

? Welche Verbesserungen gibt es für Arbeitnehmer mit Blick auf ihre Rente?

Es gibt eine neue Zuschusspflicht des Arbeitgebers ab 1. Januar, wenn Beschäftigte mit Hilfe der Entgeltumwandlung für die spätere Betriebsrente eigenes Geld sparen wollen. Beantragt ein Verbraucher 2019 Erwerbsminderungsrente, kann er mit höheren Zurechnungszeiten für mehr Rente punkten. Bei der Berechnung wird nämlich fiktiv davon ausgegangen, dass 65 Jahre und acht Kalendermonate gearbeitet wurden.

? Welche Neuerungen sind für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen vorgesehen?

Es gibt eine Reihe von Rezepten, die die Versorgung und Betreuung verbessern. Für Taxifahrten zum Arzt gibt es ab 1. Januar in vielen Fällen eine automatische Erlaubnis durch die Krankenkasse. Bei Kuraufenthalten von pflegenden Angehörigen kann der Pflegebedürftige dort mitbetreut werden. Eine große Entlastung für die stark belasteten pflegenden Angehörigen. Zudem macht es die neue Brückenteilzeit einfacher, Arbeitszeit wegen der Pflege eines Angehörigen befristet zu reduzieren und danach wieder auf die ursprüngliche Stundenzahl zurück zu kehren.

? Was hält 2019 in Sachen umweltfreundliche Mobilität an Neuem bereit?

Zahlt der Arbeitgeber eine kostenlose oder verbilligte Fahrkarte für Bus oder Bahn, muss die Kostenersparnis nicht mehr versteuert werden. Wenn Arbeitnehmer einen neuen Elektro- oder Hybrid-Firmenwagen nutzen - auch privat - gibt sich das Finanzamt mit der Versteuerung des halben geldwerten Vorteils zufrieden. Auch bei der privaten Nutzung des Dienstfahrrads oder Dienst-E-Bikes will der Staat steuerlich nicht mehr teilhaben.

? Was gibt es an Veränderungen bei Versicherungen?

Beim Abschluss von Versicherungen ist künftig Klartext angesagt. Damit Verbraucher wissen, was sie da unterschreiben, soll in Hausrat-, Haftpflicht- oder Berufsunfähigkeits-Policen deutlich durch Häkchen oder ein rotes „X“ signalisiert werden, wo sich die wichtigsten Informationen zum Vertrag befinden.

? Telefonate ins Ausland sind immer ein teures Vergnügen. Was ändert sich bei diesem Thema?

„Voraussichtlich Mitte Mai verpasst die Europäische Union (EU) Telefonaten von Handy oder Festnetz ins EU-Ausland einen Deckel“, so Jutta Gülzow, Leiterin der Lüner Verbraucherberatung. Eine Gesprächsminute darf dann maximal 19 Cent kosten. Für eine SMS dürfen maximal sechs Cent pro Textnachricht berechnet werden.

? Was sollten Verbraucher in Sachen Geld wissen?

Mit der Ausgabe von fälschungssicheren 100- und 200-Euro-Scheinen will die Europäische Zentralbank ab Ende Mai 2019 Gaunern das Fälschen erschweren. Zudem stehen die i-TAN-Listen fürs Onlinebanking 2019 vor dem Aus.

? Welche Neuerungen gibt es 2019 für Minijobber, Ferien- und Saisonkräfte?

Auch für Minijobber gilt der neue Mindestlohn von 9,19 Euro pro Stunde. Allerdings sollte man dann gut rechnen, rät Pia Blödow von der Lüner Verbraucherberatung. Weil die Verdienstgrenze für geringfügig Beschäftigte weiterhin 450 Euro beträgt, sollte man genau nachrechnen, wie viele Stunden Arbeit da noch drin sind. Bei 48 Stunden Arbeit für Mindestlohn werden schon 441,12 Euro fällig. Außerdem wird der Zeitraum für eine kurzfristige Beschäftigung auf 50 Arbeitstage oder zwei Monate pro Kalenderjahr reduziert. Bisher galten 70 Arbeitstage oder drei Monate.

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