Mitarbeitervertretung sieht die Krankenhäuser auf dem Weg des Aufbruchs

Katholisches Klinikum Lünen/Werne

Die Nachricht von Stellenabbau am Katholische Klinikum Lünen/Werne erweckt laut Mitarbeitervertretung einen falschen Eindruck. Man sei schon auf dem Weg des Aufbruchs und suche Pflegekräfte.

Lünen, Werne

, 14.02.2019, 06:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mitarbeitervertretung sieht die Krankenhäuser auf dem Weg des Aufbruchs

Sehen die Krankenhäuser auf gutem Weg: Die Mitglieder der Mitarbeitervertretung des Katholischen Klinikums Lünen/Werne. © Magdalene Quiring-Lategahn

60 von 1400 Vollzeitstellen müssen abgebaut werden, hatte der neue Geschäftsführer Clemens Galuschka für das St.-Marien-Hospital Lünen und das St.-Christophorus-Krankenhaus Werne unter dem Dach des Katholischen Klinikums Lünen/Werne (KKLW) angekündigt. Dieses Ziel sei zum Großteil schon erreicht, erklärte am Mittwoch Markus Lingenauber-Engelsiepen, Vorsitzender der Mitarbeitervertretung (MAV). Ohne betriebsbedingte Kündigung, aber „mit Schweiß und Blut erfochten“.

„Für alle eine Perspektive“

Einige Mitarbeiter hätten die Möglichkeit des Vorruhestandes genutzt, andere seien betriebsintern auf frei werdende Stellen gewechselt. Als Beispiel nannte er den Schreibdienst, bei dem durch Zentralisierung und Digitalisierung 15 von 80 Stellen abgebaut wurden. Man sei darauf bedacht gewesen, dass „im guten Miteinander alle eine Perspektive haben.“

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Es seien viele Projekte angestoßen worden, doch jetzt sei man angekommen. „Das Tempo, das notwendig war, muss jetzt `rausgenommen werden.“ Die MAV trage die spezielle Ausrichtung der Krankenhäuser mit. Lünen als Haus der Vollversorgung mit hochspezialisierter Versorgung der schweren Fällen. Werne als Klinik der Grund- und Regelversorgung mit Schwerpunkt Orthopädie, Wirbelsäulen- und Adipositas-Chirurgie.

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„In Werne werden 1000 Prothesen im Jahr implantiert“, sagt Dr. Winfried Heitmann, stellvertretender MAV-Vorsitzender. Werne habe die drittgrößte Wirbelsäulenchirurgie Deutschlands. Gegen die Bezeichnung „Schwarzwaldklinik“ wehrt sich die MAV. Man habe nicht die Intention, nur Privatpatienten zu versorgen.

30 Pflegekräfte gesucht

Von einem Einstellungsstopp hat Clemens Galuschka gesprochen. Der MAV-Vorsitzende will das so pauschal nicht hinnehmen und sagt: „Wir brauchen Leute in der Pflege“ und spricht von 30 Kräften. Von der neuen Personaluntergrenzen-Verordnung für die Intensivstation, Geriatrie, Unfallchirurgie und Kardiologie seien beide Häuser betroffen. „Wir haben die Mitarbeiter, aber durch Fluktuation oder Schwangerschaften“ könne sich das schnell ändern.

Mitarbeiter des katholischen Klinikums profitierten von einer Betriebsrente, die der Arbeitgeber übernimmt, aber auch von Unterstützungsangeboten bei Überforderung oder traumatischen Erlebnissen. Innerbetriebliche Fortbildung und Aktivitäten im Betriebssportverein seien möglich. „Ein deutlicher Unterschied zu anderen Kliniken im Kreis“, erläutert Markus Fischer von der MAV.

Trotz Millionen-Defizit Tariferhöhung bezahlt

Angesprochen auf das Millionendefizit des KKLW sagt Lingenauber-Engelsiepen: „Wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen, aber in der Konsolidierung und werden dann wieder Wasser unter`m Kiel haben“. Allein durch das Zusammenlegen von Versicherungsverträgen mit der Lukas-Gesellschaft seien 100.000 Euro eingespart worden.

Trotz der finanziell angespannten Lage sei die Gratifikation der Mitarbeiter nicht wie in anderen Häusern gekürzt worden. Und auch der letzte Schritt der Tariferhöhung um 6 Prozent sei zum Jahresende bezahlt worden.

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