Mord an Yasemin: Eifersucht, Gewalt und Rache

Staatsanwaltschaft erhebt Anklage

Der Mord an Yasemin Tomak-Iybar stellt sich als kompliziertes Eifersuchtsdrama dar. Inzwischen ist Anklage erhoben worden gegen sechs Personen, davon in zwei Fällen wegen Mordes.

LÜNEN

von Von Magdalene Quiring-Lategahn

, 04.10.2011, 15:35 Uhr / Lesedauer: 1 min
In diesem Haus in Gahmen lebte die Ermordete - bis zum 29. Januar.

In diesem Haus in Gahmen lebte die Ermordete - bis zum 29. Januar.

Die 32-jährige Lünerin war am 4. Februar in den Niederlanden auf einem Parkplatz der Autobahn A 76 tot aufgefunden worden.

Einer der beiden Hauptangeklagten, der Schwager der Lünerin, sitzt bereits in Untersuchungshaft. Staatsanwalt Henner Kruse hat 33 Seiten Anklageschrift verfasst. Er rekonstruiert das sehr komplexe Geschehen anhand von Spuren, Zeugenaussagen und Verbindungsdaten. Alle Angeklagten bestreiten ihre Beteiligung.Der mögliche Tathergang liest sich wie in ein dramatisches Filmdrehbuch mit Szenen von Eifersucht, Gewalt und Rache. Yasemin Tomak-Iybar war verheiratet, eine Liebesehe scheint es aber nicht gewesen zu sein. Denn sie hatte seit 2005 mit ihrem Schwager A., dem Bruder ihres Mannes und einer der Hauptangeklagten, ein Verhältnis. In der Beziehung soll es auch zu gewalttätigen Übergriffen gekommen sein. Yasemin machte Schluss und soll sich dann einem neuen Liebhaber K. zu gewandt haben, der allerdings verheiratet ist.

Dessen Frau und der Ex-Liebhaber A. sollen beschlossen haben, sich zu rächen. Ihr mutmaßlicher Plan: Einen Schlägertrupp anzuheuern, der den Liebhaber K. vermöbelt. Auch Yasemin sollte nicht ungeschoren davonkommen: Sie sollte geschlagen und vergewaltigt werden, um sie zu entehren. Doch dazu kommt es nicht. Der Handlanger weigert sich. Zur Vertuschung der Machenschaften wird Yasemin schließlich in ihrer Gahmener Wohnung umgebracht. Schwager A. steht in Verdacht, sie erwürgt und dann mit Komplizen auf dem Autobahnparkplatz abgelegt haben.

Am Dortmunder Schwurgericht wird es wohl zwei Prozesse geben: Einen gegen vier Personen, die geschlagen haben sollen, wegen Körperverletzung. Und einen gegen den Schwager A. und Frau K. wegen Mordes. Als möglichen Termin für die Hauptverhandlung nannte Oberstaatsanwältin Dr. Ina Holznagel Ende November. 

Lesen Sie jetzt