Moscheen in Lünen: Gebetsruf als Zeichen des Zusammenhalts in der Corona-Krise

Coronavirus

Seit Montagabend (23.3.) schallt in Brambauer der Gebetsruf von der Ulu-Moschee. Als Zeichen des Zusammenhalts in Zeiten der Corona-Krise. Auch eine andere Lüner Moschee folgt nun.

Brambauer

, 25.03.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Ulu-Moschee hat am Montagabend begonnen, einen Gebetsruf auszurufen, um ein Zeichen der Gemeinsamkeit in der Corona-Krise zu setzen.

Die Ulu-Moschee hat am Montagabend begonnen, einen Gebetsruf auszurufen, um ein Zeichen der Gemeinsamkeit in der Corona-Krise zu setzen. © Kayacan

Iman Ömer Gülbay ruft seit Montagabend (23.3.) von der Ulu-Moschee in Brambauer zum Gebet. „Wir haben die Genehmigung beim Ordnungsamt der Stadt Lünen beantragt und die Genehmigung erhalten“, so Halil Ibrahim Kayacan von der Ulu-Moschee. Man habe sich dazu entschlossen, weil das Coronavirus keine Unterschiede kennt. Menschen jeder Nationalität, jeder Religion, jedes Alters können erkranken.

Jeden Abend um 18.55 Uhr wird der Gebetsruf des Imans ertönen. Um den Menschen zu zeigen, dass man zusammen hält, egal welcher Religion man angehört. So wie die christlichen Kirchen auch jeden Abend um 19.30 Uhr mit Glockengeläut zum Gebet rufen.

„Wir sitzen alle im selben Boot“

„In solchen Zeiten kann man sehen, dass die Menschen zusammen halten, denn wir sitzen alle im selben Boot“, sagt Kayacan, der den Mitarbeitern des Ordnungsamtes sehr dankbar ist für die schnelle Genehmigung des Gebetsrufs.

Das Freitagsgebet in den Räumen der Ulu-Moschee ist derzeit nicht möglich. Die Moschee an der Heinrichstraße ist geschlossen. „Die Gläubigen sollen und werden zuhause beten.“ Am Sonntag (22.3.) war eine Fachfirma vor Ort, die die gesamten Räume desinfiziert hat. „Von oben bis unten, man weiß ja nicht, ob jemand vorher drin war, der mit dem Virus infiziert ist“, so Kayacan.

Zur Moscheegemeinde gehören auch viele ältere Menschen. Ihnen gilt die besondere Sorge der Verantwortlichen. „Wenn jemand etwas braucht, speziell die Menschen, die nicht mehr so gut laufen können, soll er sich melden. Wir organisieren dann Hilfe, kaufen für sie ein.“

Auch von der Moschee an der Roonstraße sollen künftig Gebetsrufe erklingen.

Auch von der Moschee an der Roonstraße sollen künftig Gebetsrufe erklingen. © Foto: Goldstein

So sieht es auch Yahya Dindarol, Sekretär und Sprecher der Moschee an der Roonstraße. „Auch zu unserer Moscheegemeinde gehören viele ältere Menschen. Jugendliche aus der Gemeinde kaufen für sie ein, damit sie nicht raus gehen müssen.“

Spezialfirma desinfizierte die kompletten Räume

Auch in dieser Moschee ruht das öffentliche Gemeindeleben, finden die Freitagsgebete schon in der dritten Woche nicht mehr in den Räumen dort statt. „Auch unsere Moschee ist komplett geschlossen“, so der Sprecher auf Anfrage.

Am Wochenende war ebenfalls eine Spezialfirma vor Ort, um Desinfektionsmaßnahmen durchzuführen. Vorsorglich, falls ein Gläubiger der Moscheegemeinde mit dem Virus infiziert ist.

Antrag beim Ordnungsamt gestellt

Auch Dindarol und die anderen Verantwortlichen haben sich entschlossen, einen Gebetsruf zu beantragen, um ein Zeichen der Gemeinsamkeit in diesen Zeiten zu setzen. „Wir haben den Antrag beim Ordnungsamt eingereicht und nun die Erlaubnis bekommen,“ sagt Dindarol. Jetzt, da die Erlaubnis da ist, soll auch in der Moschee an der Roonstraße der Iman abends zum Gebet rufen. Zum ersten Mal am Mittwochabend (25.3.).

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