Müller-Baß: "Wir wollen die inklusive Stadt"

Menschen mit Behinderung

Wie man Inklusion praktisch umsetzen kann - darüber wurde am Donnerstagabend im Hansesaal diskutiert. An der Podiumsdiskussion teilgenommen haben auch Hubert Hüppe, Behindertenbeauftragter der Bundesregierung, sowie Roland Borosch aus dem NRW-Sozialministerium.

LÜNEN

von Von Dieter Hirsch

, 14.10.2011, 13:03 Uhr / Lesedauer: 2 min
Während »Inklusion« im Bereich Bildung, also der gemeinsame Unterricht von behinderten und nichtbehinderten Kindern, schon konkretere Formen angenommen hat, formulierte Kulturdezernent Horst Müller-Baß einen umfassenderen Ansatz: »Wir wollen die inklusive Stadt«.

Während »Inklusion« im Bereich Bildung, also der gemeinsame Unterricht von behinderten und nichtbehinderten Kindern, schon konkretere Formen angenommen hat, formulierte Kulturdezernent Horst Müller-Baß einen umfassenderen Ansatz: »Wir wollen die inklusive Stadt«.

Während „Inklusion“ im Bereich Bildung, also der gemeinsame Unterricht von behinderten und nichtbehinderten Kindern, schon konkretere Formen angenommen hat, formulierte Kulturdezernent Horst Müller-Baß einen umfassenderen Ansatz: „Wir wollen die inklusive Stadt“.  Das „Wie“ soll mit den Bürgern diskutiert werden.Das Ziel: Weg mit allen Barrieren und Behinderungen, die behinderte Menschen an der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben hindern. Die Gruppe der Menschen mit Behinderungen ist keine Randgruppe. „In NRW sind es 2,5 Millionen Menschen und damit 14 Prozent der Gesamtbevölkerung. In Lünen sind es über 11.000 Menschen, was einem Anteil von 13 Prozent entspricht“, erläuterte Roland Borosch aus dem NRW-Sozialministerium.

Hubert Hüppe, Behindertenbeauftragter der Bundesregierung: „Den Begriff lernbehinderte Kinder gibt es im Ausland nicht“. Er fordert konsequent gemeinsamen Unterricht. „Es gibt eine Reihe guter Beispiele, wo das funktioniert.“ Die Experten sind sich einig: Dafür müssen gute Voraussetzungen geschaffen werden: Heißt: Kleine Klassen, mehr Pädagogen - und das kostet viel Geld. Prof. Dederich hat Verständnis für die Ängste von Eltern. Kann gemeinsamer Unterricht funktionieren? „Die Forschungslage ist widersprüchlich. Es gibt keine wissenschaftlichen Erkenntnisse, die eindeutig für Inklusion oder für Sonderpädagogik sprechen.“

Für eine Förderschule spreche, dass die Kinder dort eher und besser ein positives Selbstbild entwickelten. In Inklusionsschulen stehen sie im Vergleich mit leistungsstarken Schülern. Gegen die Förderschule spreche, dass 77 Prozent der Schüler die Förderschule ohne Hauptschulabschluss verlassen (Zahlen 2006). Die öffentliche Inklusionsdebatte steht am Anfang. Inklusion ist ein Prozess. „Aber es geht nicht mehr um das ob. Das wurde mit der Unterschrift unter die UN-Konvention klar beantwortet. Es geht um das Wie“, so Hubert Hüppe. 

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